Lediglich Silber gabs im Monobob für Laura Nolte-ach soo – lediglich. Gold verloren….(so der sportliche und empathische Reporter, der sich (in meiner Fantasie) die dritte Leberkässemmel in den Rachen schiebt, aus der Flasche seine Cola trinkt und sich vorm Aufstehen aus dem Stuhl noch schnell den Gürtel zumachen muß, weil es sich ja sonst unbequem sitzt).
Ich kann dieses ganze Reportergelabere einfach nicht mehr hören und auch nicht lesen.
Sagt mal, wie einfach gestrickt ist denn diese Gesellschaft geworden? Unsere Sportler rackern sich ab – jahrelang – für diese alle 4 Jahre stattfindenden Olympischen Spiele und wir haben nix anderes zu tun, als auf unserem Hintern zu sitzen und zu „reporten“, daß man lediglich die Silbermedaille bekommen habe.
Wir wissen doch, daß es heute sogar um tausendstel Sekunden geht, das sind Zeitunterschiede, die du im normalen Leben gar nicht messen kannst. Und dann haben wir „Gold verloren“ – nein, verdammt noch mal, wir (wenn schon „wir) haben Silber gewonnen.

Ist das so schwer zu verstehen? Und die Nörgelei über den Medaillenspiegel trifft die Falschen. Es sind nicht die Sportler, die „schuld“ sind – es ist das System.
Ein Biathlet zum Beispiel verdient ca 2000 bis 4000 Euro im Monat brutto. Rechnet man das auf eine einzelne Trainingsstunde runter, sind wir ganz schnell mal unterhalb des Mindestlohnes. Und die deutsche Sporthilfe tut ihr Bestes, um die Olympiasportler über Wasser zu halten – hierdurch werden die Sportler gefördert. Die Förderung liegt zwischen 400 und 1400 Euro. Bei einer Goldmedaille gibts eine Prämie von 30.000 Euro. Im Vergleich: Frankreich zahlt ca. 80.00 Euro pro Goldmedaille, Italien zahlt für Gold rund 196.000 Euro. Hongkong – haltet euch fest – um die 700.000 Euro. Wo ist denn da noch der Ansporn -außer dein eigener Wille, gewinnen zu wollen? Was kann ich mir denn heute für einen Medaillengewinn noch leisten?
Ein Goldmedaillengewinner aus Hongkong oder Singapur wird durch die Prämie zum Millionär, während Athleten aus vielen westlichen Ländern das Geld primär als Anerkennung oder Deckung von Trainingskosten sehen.
Litauen zahlt seinen Champions nach dem Ende ihrer Sportlerkarriere bis ans Lebensende die Miete.
Serbien zahlt seinen Siegern eine lebenslange Rente ab 40.
Polnische Goldmedaillensieger bekommen einen Diamanten, ein Gemälde eines polnischen Künstlers und eine 3-Zimmer- Wohnung in Warschau – Silber- und Bronzemedaillengewinner bekommen eine Zweizimmerwohnung.
Deutsche Goldmedaillengewinner müssen ihren Gewinn dann auch noch schön versteuern!

Zum Vergleich – beim Fußball bekommen mittelmäßig talentierte A- und B-Jugendliche vierstellige Summen im Monat.
Und auch beim Austragungsland und -Ort unterstützen WIR unsere Sportler nicht. Alle wollen Olympia – bloß nicht bei uns. Zu viel Geld kostet der Spektakel, wer braucht das und und und ist die Argumentation.
Witzig, daß die Italiener in den letzten 2 Jahrzehnten zweimal die Olympischen Spiele ausgetragen haben und dementsprechend im Medallienspiegel ganz oben stehen. Klar, Olympische Spiele im eigenen Land motiviert Sportler und Zuschauer nochmals mehr und spornt an.
(Diese Informationen sind mir nicht über Nacht zugeflogen, die habe ich mir „ausgeliehen“ – Danke GOOGLE).
Tiefsten Respekt und höchste Anerkennung für all unsere Sportler, die angetreten sind, auch die, die in einem Wettbewerb ausgeschieden sind (das ist einfach das Bitterste, was dir passieren kann). Ihr seid super, ihr gebt alles – auch dafür, daß wir vorm Fernseher mitfiebern können. Laßt euch nicht von Miesmachern und sogenannten „Experten“ klein machen – ihr seid RIESIG.
Danke für euren Einsatz und die spannenden Stunden vor dem Fernseher – zwei Wochen, die man mal wieder Fernsehen genießen kann und sich nicht mit der 27. Wiederholung oder irgend einem Kitsch anschauen muß – muß man ja nicht, es gibt ja Gott sei Dank den AUS-Knopf.