Unser letzer Stopp brachte uns zum Shamwari Game Reserve – die Autofahrt dauerte ca 1,5 Stunden – auch hier checkten wir ein und machten am Nachmittag gleich unsere erste Safari – und wieder wurden wir überwältigt von den majestätischen Tieren – hier Giraffen, die hatten wir im Gorah Elephant Park nicht gesehen. Und auch die Elefanten hatten es mir wieder angetan – hach, ich hätte Stunden beobachten können.















Die Safaris dauerten so um die drei Stunden und es gab wirklich fast auf jedem Kilometer etwas zu sehen. Wir hatten riesiges Glück, da ja südafrikanischer Frühling war und die Büsche, Steppen und Bäume teilweise noch karg waren – wir hatten über große Flächen recht freie Sicht. Irgendwann standen wir mit den Jeep auf einem Weg und rechts auf dem Weg eine Elefantenfamilie – vielleicht 5 Meter von uns entfernt. Wir standen so da und warteten, daß die Elefantenfamilie den Weg kreuzt und weiterläuft – die Elefantenfamilie stand da und schaute uns an. Das Ganze dauert so ca 2 Minuten – dann legte der Ranger den Rückwärtsgang ein und fuhr ein paar Meter zurück – und was passierte? Die Elefantenfamilie kreuzte den Weg und lief dann nach links weiter. Der Ranger erklärte uns folgendes: Dieser Elefant bzw. diese Elefantenfamilie kreuzt IMMER HIER diesen Weg und nun standen wir also „im Weg“. Und nachdem wir Menschen uns im TIERRESERVAT befinden, haben wir zu respektieren, daß es hier nach den Tieren und nicht nach dem Menschen geht. Ich fand das höchst interessant und spannend.
Hier im Shamwari sahen wir wirklich auch Tiere, die wir im Gorah Elephant Park nicht gesehen hatten – z.B. diesen Leoparden – soooo ein schönes Tier. Er lag einfach nur da und war toll anzuschauen. Und wie das bei den Rangern und Safaris so ist, man spricht sich untereinander ab, d.h. jemand sieht etwas und sagt dem anderen bescheid, wo. Wir standen also mindestens 5 Minuten da und dann informierte unser Ranger die anderen über den Leoparden.













Nett – aber auch recht touristisch war dann unser „break“ an einer sehr übersichtlichen Stelle, die braucht der Ranger, um „die Lage zu checken“. Wir durften aussteigen und es gab Gin Tonic, Bier, Cola, Wasser, Kaffee und Tee und kleine Snacks – all das wurde aus dem Jeep gezogen. Einfach nett. Wir lernten ein nettes Ehepaar aus London kennen – Rochelle und Rob – mit denen hab ich heute noch Kontakt über diverse soziale Netzwerke.
Am nächsten Morgen saßen wir bereits um 5 Uhr auf dem Jeep und los gings – die morning safari. Fröstelnd und recht leise saßen wir alle nebeneinander und waren gespannt – und wir wurden nicht enttäuscht. Wir erlebten tatsächlich, wie sich Löwen auf freier Wildbahn ihr Frühstück holen und verspeisen. Es ist zwar schon auch etwas grausam, aber eben Natur.
Wir sahen eine Horde Springböcke friedlich grasen und sahen dann, daß sich von links zwei Löwinnen anschlichen – die Springböcke witterten das dann auch und machten sich auf und davon. Ein kleiner und junger Springbock hatte die Witterung wohl nicht so wirklich aufgenommen und zu spät gemerkt, daß sich die anderen entfernten und eine der Löwinnen sprang auf das Kleine zu und schnappte es sich – brachte es zu Fall und legte seine beiden Tatzen auf es. Das Kleine zappelte und dann begann die Löwin, es abzulecken (um es zu beruhigen). Und tricky, wie die Löwinnen waren, haben sie das Kleine nicht gleich aufgefressen – nein, sie hielten es fest um – haben wir dann gelernt – die Mutter zu bewegen, das Kleine zu retten. Klar, an der Mutter ist ja dann doch noch etwas mehr Fleisch dran. Die Mutter kam dann auch und war hin und her gerissen, wagte sich kurz in die Nähe und sprang dann wieder weg. So ging das mindestens 1o Minuten. Wir saßen auf dem Jeep, mucksmäuschenstill und keiner traute sich, irgendeinen Ton von sich zu geben, so spannend war diese Situation. Unser Ranger flüsterte ganz aufgeregt in sein walkie talkie, um die Filmcrew zu verständigen – laut seiner Aussage hatten auch sie selbst so etwas noch nicht gesehen. Männe filmte wie wild und ich traute mich gar nicht, auf den Auslöser zu drücken. Irgendwann wurde es der zweiten Löwin zu blöd, sie stupste die andere Löwin, die das Kleine hielt an und gebärdete sich ihr gegenüber leicht unfreundlich, so daß sie dann dem Kleinen den Todesbiß versetzte. Mann, ich zitterte an Händen und Füßen – soooo spannend war das.








Grausam und doch so natürlich – anders funktioniert es in der freien Wildbahn eben nicht.
Wir fuhren dann noch weiter aber ich war in Gedanken immer noch bei diesem Erlebnis.










Happy Hippos haben wir auch noch gesehen – also Nilpferde. Und das war das einzige Mal, daß unser Ranger vom Jeep sprang und sich hinten aus dem Auto sein Gewehr holte – er meinte, daß dies die absolut gefährlichsten Tiere hier im Reservat sind – hinterhältig und trotz ihrer Trägheit unheimlich schnell.






Gegen 9 Uhr waren wir wieder zu Hause, frühstückten und dann besuchte uns das Filmteam von National Geographic!!!!! Die waren sehr interessiert an Achims Videoaufnahmen und baten ihn um diese. Klar – wenn man hier helfen kann, warum denn auch nicht. Wir wurden auch noch interviewt – Fotos von uns (ich immer noch mit verletztem Knie, das sah echt böse aus, hatte geeitert und war entzündet….) wurden gemacht und wir zogen uns dann etwas zurück, genossen unsere Außendusche und Garten.
Am Nachmittag ging es dann zu unserer letzten Safari – kaum zu glauben, daß alles schon wieder vorbei war. Aber wir hatten wirklich ganz besondere Situationen erlebt und auch während ich das hier niederschreibe, sehe ich alles nochmal vor mir. Es war ein außerordentlicher, aufregender, interessanter und unfassbar schöner Urlaub.


















Die Schildkröten erwischten wir beim Sex :), den Leoparden beim Mittagsmahl, die Löwin spielte mit ihren Kindern und die Nashörner grasten friedlich vor sich hin.
Fotografiert habe ich damals mit meiner Nikon D300 und einem 150 – 600 mm Sigma Objektiv – das hat sich gerade bei dieser Reise bezahlt gemacht.
Südafrika – du hast mein Herz gewonnen – wir müssen nochmal wiederkommen (reimt sich ja sogar).