Ausnahmezustand

… oder einfach mal Wintereinbruch und viel, viel Schnee

Was eine Woche – spannend durchweg. Letzten Dienstag bin ich zu meinen Eltern ins Heimatstädchen gefahren. Ich weiß nicht, ob ich es schon erwähnt hatte. Meine Eltern hatten früher eine Bäckerei, Paps war/ist Bäcker und Konditor und seine Christstollen haben ihn weit über die Grenzen des Heimatstädtchens „berühmt“ gemacht. Selbst von Frankfurt kamen/kommen die Leute und bestellen seinen Stollen. Mittlerweile ist er ja in Rente (schon seit 2007), trotzdem backt er jedes Jahr seine Stollen für seine Kunden. Bis vor ca 3 Jahren ist er auch noch auf die Weihnachtsmärkte gefahren, dann kam Corona. Und selbst da backte Papa zwischen 350 und 400 Stollen – von daher braucht er jetzt auch nicht mehr auf die Weihnachtsmärkte zu fahren. Die Leute rufen an, bestellen und holen den Stollen dann ab.

Und natürlich brauche ich im weit entfernten München auch Stollen – nicht nur für uns, sondern auch für den gesamten Freundeskreis hier. Denn wer diesen Stollen schon mal probiert hat, der wird süchtig. Der langen Rede kurzer Sinn, ich bin am Dienstag zu meinen Eltern gefahren und am Freitag wieder zurück – um die 30 Stollen im Gepäck.

Die Fahrt war anstrengend, es regnete und es waren so um die 0 Grad angesagt, also vorsicht auf der Straße und auf Brücken. Der Regen war stetig und teils heftig, ich stellte mich auf eine längere Fahrt ein und war dann dementsprechend entspannt. Gut vier Stunden anstatt sonst – wenns gut läuft – 3,5 std. Also alles bestens.

In der Rhön dann richtig Schnee, dick auf den Bäumen liegend, herrlich. Ich liebe dieses weiße Zeugs und habe keine Angst vor Schnee schippen oder bei Schnee Auto fahren.

Und so kam ich im Heimatstädchen an und das war leicht „gezuckert“ – Dächer weiss und die abgelegenen Straßen waren auch leicht schneebedeckt.

Natürlich gabs zum Kaffee Christstollen – frischer geht gar nicht und sagt bloß nicht, der schmeckt erst, wenn er lange genug gelegen hat – der von meinem PAPA schmeckt immer!!!!

Am Abend kleiner walk durchs Städchen – ich liebe es einfach. MEINE HEIMAT!

Am nächsten Morgen die Überraschung – es schneit – dicke Flocken. Soooo hab ich Schlüchtern seit Jahren nicht erlebt und gesehen und ich mußte raus. Bin spazieren gelaufen und habe mich richig „voll laufen lassen“ – mit Schnee. Gott – diesen kleinen Weg bin ich schon 20 Jahre nicht mehr gelaufen – an meiner Grundschule entlang.

Am Nachmittg bin ich mit meiner Mama durch die Gegend gefahren und wir sind etwas im Schnee spazieren gelaufen. Einer meiner Lieblingsplätze ist das „Schloß Ramholz“ – ca 6 km von Schlüchtern entfernt. Wunderbare Erinnerungen habe ich daran. In der Orangerie hat meine Schwester ihre Hochzeit gefeiert und mein Papa seinen 50. Geburtstag. Waren das tolle Feiern in richtig schönem Ambiente.

Auch an Weihnachten waren wir oft dort zum Essen – da gab es einen Riesen-Weihnachtsbaum – wirklich riesig groß mit Unmengen von Kerzen und roten Kugeln dran – wunderschön.

Leider mußte der Pächter seinen Betrieb aufgeben, steigende Kosten und schwindende Besucher machen es manchmal unmöglich, den Betrieb aufrecht zu erhalten. Sehr schade – seit über 10 Jahren steht das Gebäude (die Orangerie) leer – das angrenzende Schloß hat ein Chinese gekauft – passieren tut da nix. Wieder schade – das könnte man gut restaurieren und irgendetwas tolles draus machen. Was hab ich von einem Schloßbesitz, wenn ich nix damit mache? Gut – not my cup of tea.

Im Sommer ist es hier herrlich – man kann wunderschön spazieren gehen. Außerdem ist es ein beliebter Hochzeitsfotografie- Spot. Ich selbst habe hier schon 2 Brautpaare fotografiert – wunderschön.

Am nächsten Tag war ich mit meiner Mama in Fulda am Christkindlesmarkt – da war ich das letzte Mal in 2004. Schön – gemütlich – übersichtlich – nicht zu voll – stimmungsvoll.

Tja und am Freitag gings dann auch schon wieder zurück gen München. Fahrt war prima und all die Stollen erreichten ihr Ziel 🙂 Am frühen Nachmittag begann es dann zu schneien – es schneite und schneite und schneite…… den ganzen Abend, die ganze Nacht und so sah es am Samstag früh aus:

50!!!!cm Schnee – noch niemals seit Wetteraufzeichnung ist in München so viel ist in so kurzer Zeit vom Himmel heruntergekommen. Ich fands toll und richtig aufregend. Und es schneite weiter – den ganzen Tag.

Gestern zum ersten Advent dann klirrende Kälte und strahlender Sonnenschein – herrlich, wunderschön und stimmungsvoll. Leider 3 Wochen zu früh – ich bin mir fast sicher, daß das rechtzeitig zu Weihnachten wieder verschwunden ist. Egal – ich genieße es gerade mit langen Spaziergängen und der Kamera in der Hand.

Ganz ehrlich, das Ganze war schon spannend – am Samstag gingen bei uns keine Züge, keine Busse, keine S-Bahn, der Flughafen war komplett zu und München war „dicht“. Tja, kaum ist mal richtig Winter, dann klappt bei uns gar nix mehr, denn er (der Winter) kommt ja immer so plötzlich. Wobei – der Ehrlichkeit halber – das waren schon wirklich richtige Massen, die da aus dem Himmel kamen, ununterbrochen schneite es und das richtig heftig. Aber schön. Ich habe es aufgesaugt – ganz viele Fotos gemacht – tolle Spaziergänge und ich freue mich, daß es im Moment immer noch so ist.

Veröffentlicht von Kerstins Reisefotos und mehr...

Reisefreudig, Fotografie-süchtig, fast immer gut gelaunt, Optimistin... Fotografie ist mein Leben - meine Leidenschaft - mein Yoga

7 Kommentare zu „Ausnahmezustand

  1. Das gab bestimmt ganz schön kalte Finger bei den schönen Winterfotos. Ramholz habe ich seltsamerweise nie besucht und ich war oft genug in der Gegend (na ja, da ging´s halt immer sportlich her..). Schön doof der Chinamann, so was lässt man doch nicht vergammeln.. Und beim freischaufeln vom Auto vielleicht erst das Kennzeichen überprüfen – sonst freut sich nur der Nachbar..

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    1. Ganz lieben Dank, Christa. Ja. München so dermaßen im Schnee gaben wohl noch nicht (zumindest, dass so viel in so kurzer Zeit runter kam) und auch die Zeit zu Hause mit Mama und Papa wird immer wertvoller – auch da gibt, genießen, so mangelte nich geht Lg kerstin

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