
Am Samstag morgen fuhren Männe und ich gen Hessen zu meinen Eltern – meine Mum hatte Geburtstag. Und wie wir da so bei strömendem Regen auf der Autobahn durch die Gegend zockeln, hören wir im Radio, daß es wohl einige Gebiete in Süddeutschland gibt, die den Katastrophenalarm ausgerufen hatten – am Vormittag konzentrierte sich das wohl auf das Gebiet um Augsburg, dehnte sich dann nach Schwaben und konzentriert auf den Ort Babenhausen aus.
Da bin ich gleich hellhörig geworden – dort wohnt eine gute Freundin von mir – mit Family und der dem Mann gehörenden Zimmerei. Ich habe gleich eine Whatsapp geschrieben und von ihr erfahren, daß sie mit ihren beiden Söhnen wohl am frühen Morgen (sie und Sohnemann Nr 2 mit Norovirus „ausgestattet“, ihr Mann auf „Männerausflug“ im Norden unterwegs) evakuiert wurden, das Wohnhaus bis zur Kellerdecke geflutete sei und auch die Zimmerei nebenan unter Wasser stehe.
Heilige Sch…… klar, man kennt die Nachrichten aus Radio und Fernsehen und ist sehr oft auch betroffen, wenn man sieht, daß hier Existenzen zerstört und Wohnraum mit sämtlichem Hab und Gut vernichtet wurde.
Tja und Babenhausen sah zu dem Zeitpunkt eben so aus:


Wir fuhren weiter zur Family nach Hessen, waren aber in Gedanken ständig in Süddeutschland, da die Meldungen über die Katastrophen immer mehr wurden und sich auch die Katastrophengebiete häuften.
Trotz allem liessen wir meine Mum hochleben und feierten sie – gingen am Samstag abend mit meinen Eltern toll Essen, Sonntag hatte sie noch mal mit der ganzen Familie zum Essen im Städtchen eingeladen, wir hatten einen sehr schönen Tag und Abend und am Montag nach dem Frühstück machten wir uns auf den Heimweg.
Selbst wenn München kein Hochwassergebiet ist und wir in Trudering noch mal ca 25 Meter höher als die Isar liegen, hat man ein blödes Gefühl. Zumal sich der Heimweg auch als nicht ganz einfach herausstellte, da verschiedene Streckenabschnitte wegen Hochwasser und Überflutung gesperrt waren.
Wir fuhren dann über Regensburg nach Hause – kaum hatten wir das passiert, wurde auch Deggendorf und Regensburg als Katastrophengebiet deklariert.
Nach 4,5 Stunden näherten wir uns München „von oben“ also von Norden – wir sind schon eine ganze Weile auf der Landstraße rumgegurkt und kamen dann nach Freising, wo sich uns dieses Bild bot:








Der Fluß, der da über die Ufer getreten ist und sämtliche Wiesen und Felder geflutet hat, ist die Amper – ein – sagen wir mal – kleinerer Fluß. Hier hatte er eine riesige Gewalt und strömte und sprudelte ziemlich schnell vor sich hin.
Das, was wir dort gesehen haben, hat uns schon sehr beschäftigt und auch geschockt. Und irgendwie war ganz schnell klar, vor dem Fernseher sitzenzubleiben und „wie furchtbar“ in den Raum zu vermelden, kann nicht alles sein, was wir tun können: Hier müssen wir etwas tun und helfen. Wir riefen bei meiner Freundin in Babenhausen an und meldeten uns für den nächsten Tag als Helfer an – es war mittlerweile 16 Uhr und bis Babenhausen wären wir noch ca 2 Stunden gefahren, hätte also wenig Sinn gemacht. Das Wasser war mittlerweile wieder komplett abgezogen und konnte so zumindest keine weiteren Schäden verursachen.
Am nächsten Morgen packten wir unsere Siebensachen und fuhren nach Babenhausen und man sah sofort, was das Wasser an Schäden hinterlassen hatte: Viele hatten schon mit den Aufräumarbeiten begonnen, es standen Bretter, Tische, Bänke, Säcke mit „Müll“ an den Straßen und überall sah man fleissige Menschen, die irgendetwas nach draußen brachten.
Und wir packten ebenfalls mit an – nach ca 7 Stunden hatten fleißige Hände richtig viel erreicht:
Von:





Nach:





Und letztendlich hatten wir einen riesigen Kellerraum komplett ausgeräumt, das noch ca 7 cm hochstehende Restwasser mit Eimern und Schaufeln komplett trockengelegt und einerFreundin mit Familie eine riesige Erleichterung verschafft. Natürlich war und ist noch nicht alles wieder „in Ordnung“, aber auch am Folgetag halfen Menschen und ein wenig Normalität schleicht sich auch in Babenhausen wieder ein.
Meine Bitte an alle: Leistet Hilfe- am besten aktive Hilfe:
Passive Hilfe „wenn du etwas brauchst, ruf mich an“ – auch in Ordnung, aber ganz wenige werden das tun.
Aktive Hilfe: ich stehe einfach mit Drecksklamotten und Gummistiefeln vor der betroffenen Haustür und frage: Wo soll ich anfangen???
Es ist schon schrecklich und zugleich auch traurig zu sehen, wie die armen Menschen leiden müssen. Da wird jede Hand gebraucht. Ich sage schon mal Danke an euch, dass ihr mitgeholfen habt!!!
Liebe Grüße, Roland
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in solch einer Sitiuation kann man jeden Helfer gebrauchen. Ein Alptraum wenn es einen erwischt
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