„Kreativität ist Intelligenz, die Spaß hat“ – das soll Albert Einstein einmal gesagt haben. Ich finde diesen Spruch ziemlich genial und wenn Intelligenz und Kreativität mit Spaß verbunden wird, find ich das gleich doppelt gut.
Ich zähle mich ja durchaus auch zu den kreativen Menschen – alleine mein Job ist oft pure Kreativität. Deswegen wäre ich auch niemals wirklich glücklich in einem Bürojob gewesen – nein, besser gesagt, ich wäre niemals glücklich in MEINEM Bürojob geblieben – in der Buchhaltung und im Controlling.
Wobei ich manchmal auch schon ziemlich kreativ sein mußte, um Dinge gerade zum Jahresabschluß buchhalterisch noch irgendwie unterbringen zu können. Aber das war es nicht, was mich kreativ glücklich machte.
Ich sage manchmal zu Männe, daß ich schon mit Kopfschmerzen aufgewacht bin, weil ich 1000 Ideen habe, was ich heute machen könnte und die Kreativität in meinem Kopf drückt 🙂
Ob es ein Foto ist, das ich gedanklich schon gemacht habe, bevor ich die Kamera überhaupt in der Hand halte oder eben ein Foto so bearbeite, daß es zu etwas Besonderem wird – etwas, was ich heute malen oder basteln möchte, mir ein neues Muster zum Stricken einfallen lasse oder wie gerade zur Zeit, ich beim Gießen von Formen neue Techniken ausprobiere.
Mitte April haben sich eine Freundin und ich zu einem Kreativmarkt angemeldet – wir werden dort unsere „Kunst“ präsentieren. Wir beide haben in den letzten Jahren die Liebe zum Formen gießen entdeckt und leben die gerade aus. Meine Freundin hat sich auf wunderschöne Duftkerzen spezialisiert – sie gießt die Form für die Kerze und befüllt sie dann mit Wachs und ätherischen Ölen – wunderschöne Kerzen in tollem Design – zweifarbig und noch mit einem tollen Spruch beplottet.
Ich habe zu Weihnachten von ihr unter anderem auch solch eine Kerze bekommen und habe sie gleich gefragt, wo sie die denn gekauft habe – ich würde solche gerne mal verschenken. Ihre Antwort: Kann man (noch) nicht kaufen – sind noch nicht auf dem Markt – dafür aber von mir selbst gemacht.
Konnte ich kaum glauben – wirklich wunderschön. Naja – und nun haben wir uns entschieden, zu diesem Kreativmarkt zu gehen und unsere Sachen anzubieten und zu verkaufen.
Jetzt habe ich mich die letzten beiden Tage ins Zeug gelegt und mal angefangen zu produzieren – und beim Produzieren sind mir ein paar Ideen gekommen, die ich umgesetzt habe.
Und so schaut mein „Sortiment“ im Moment aus – ich mußte jetzt aufhören weil ich a) kein Raysin mehr habe, b) die Küche mal wieder in den Normalzustand versetzt werden mußte und c) ich auch mal wieder arbeiten muß, damit ich Geld verdiene, um unter anderem Raysin nachzu- kaufen:)
Aber das ist jetzt nur ein Hobby – ich werde jetzt nicht meinen Lebensunterhalt mit dem Gießen und dem Verkauf von Formen bestreiten. Es ist eine nette Abwechslung und mir kamen bei der Arbeit viele Ideen, die ich – nicht immer erfolgreich – umgesetzt habe.
Vieles ging zu Bruch, weil ich die Form zu früh aus der Silikonform herausgenommen habe oder sich das Raysin durch das Untermischen von verschiedenen Farben/Farbpigmenten verändert hat und nicht ordentlich aushärtet bzw. gar nicht fest wird. Ungleichmäßiges Eingießen ist auch so eine Sache, da gibt es dann Schattierungen, leichte Einkerbungen, wenn man das Raysin nach dem Eingießen nicht anständig von den entstandenen Luftbläschen befreit und und und…
Letztendlich macht es aber doch viel Spaß, ich erfreue mich an den gelungenen Projekten und werde nächste Woche noch mal in die Produktion einsteigen.
Hier mal ein paar „Produktfotos“:

Mein erster kreativer Versuch, Raysin-Formen mit der sogenannten Serviettentechnik zu verschönern – hmmm, ziemlich fisselig, die Serviette läßt sich nicht komplett glatt auf der Form auflegen und mit dem Kleber überpinseln – es gab ständig Unebenheiten und das Ergebnis gefällt mir nicht – zumindest ist es nicht so, daß ich es verkaufen möchte. Für den „Hausgebrauch“ ganz okay.

Hier war ich gestern von den Socken – die finde ich ja wunderschön. Raysin-Formen mit Silikonstempeln versehen (die habe ich aber wieder abgezogen) – Ausschuß hatte ich aber vorher auch, weil mir nicht einging, wierum ich diesen Stempel einlegen muß… Hin und her überlegt, mit der Struktur nach außen oder innen? Erst mal drei Tabletts „versaut“ weil falsch eingelegt. Eine Stunde Aushärtezeit und gut 600 Gramm Raysin verplempert. Frust hoch zehn gabs gratis dazu. Aber jetzt weiß ich, wie es geht 🙂

Hier noch mal österlich….

Hier hatte ich Raysin erst beige eingefärbt und etwas in den Formen verteilt, das aushärten lassen und dann noch mal normales Raysin drüber gegossen – gefällt mir auch richtig gut.

Hier in grün eingefärbt…

Und hier das Marmorierte – das find ich auch richtig toll – sieht aus wie richtiger Marmor. Hier habe ich flüssige Farbpigmente tröpfchenweise in das angerührte Raysin gegeben und nur mit einem Stäbchen leicht verrührt, so daß die Farbe nicht gleichmäßig verteilt wurde. Ich liebs!!!!Bei den runden Untersetzern habe ich erst das Raysin nur am Rand eingegossen und aushärten lassen, dann das marmorierte drübergegossen.

Und hier sind ebenfalls Formen, die ich einfach nur weiß gegossen habe, ich liebe die kleinen Döschen mit Deckel, die Häschen sowieso und der „Eierbehälter“ war mein letztjähriges Ostergeschenk an meine komplette Family – hat jeder bekommen, der es wollte oder auch nicht.
Tja, und jetzt mach ich mal eine kreative Pause, bis ich nächste Woche in die zweite Runde einsteige.
Ich werde berichten, ob sich der Kreativmarkt für uns (finanziell) gelohnt hat – die Formen hatte ich mir bis auf die Silikonstempel schon alle in den letzten Jahren zugelegt, das Raysin muß man eben kaufen, die Farbe auch und dann noch etwas Verpackungsmaterial, Seidenpapier etc…
Aber es geht – wie so oft – ja nicht nur um den Verdienst, es ist ein Tag, an dem wir bestimmt viel Spaß haben, neue Leute kennenlernen werden und wir uns einfach nur freuen, wenn ein oder zwei oder drei oder mehr Teil(e) über den Tresen gehen. Und es ist eine Erfahrung mehr. Genau!
Seid ihr mit selbstgemachten Dingen schon mal auf so einem Kreativmarkt gewesen? Was habt ihr zum Verkauf angeboten oder präsentiert? Oder besucht ihr solche Kreativmärkte? Wie waren eure Erfahrungen? Hat sich das für euch gelohnt?
Liebe Christa, vielen Dank. Meine Freundin und ich Unken schon die ganze Zeit, dass wir mit all unseren Sachen wieder heimfahren und wir uns ja zumindest gegenseitig beschenken können – Spaß beiseite – das wird bestimmt sehr nett und ein Erlebnis ditches auf alle Fälle. Ich werde berichten
Lg Kerstin.
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