Manchmal erlebt man Sachen, da kann man selbst nicht glauben, was einem passiert.
Als wir dieses Jahr über Ostern in Lissabon waren, erhielten wir am Ostersonntag am abend gegen 22 Uhr einen Anruf von der Polizei in München, es sei im Haus der Schwiegereltern eingebrochen worden, die Nachbarn hätten das teilweise gesehen und gemeldet. Wir wurden gebeten, doch vorbei zu kommen, die Einbrecher seien nicht bis ins Haus gekommen aber wir sollten mal schauen, was kaputt gemacht wurde. Ging ja nun nicht, da wir in Lissabon waren.
Wir riefen dann in der Nacht gute Bekannte der Schwiegereltern an, die haben den Schlüssel vom Haus, weil sie sich um den Garten kümmern. Die ließen dann die Polizisten ins Haus und so konnte sichergestellt werden, daß drinnen nichts beschädigt und entwendet wurde.
Das Haus der Schwiegereltern steht momentan noch leer – die beiden leben nicht mehr und wir sind dabei, es auszuräumen. Der Nachbar, der die Einbrecher gesehen hatte, lebt nebenan und saß auf seiner Terrasse. Was die Einbrecher wohl zunächst nicht abgehalten hat, als sie jedoch bemerkten, sie werden mit einem Handy gefilmt, sind sie über alle Berge. In diesem Fall, über die Pergola und dabei wurde das Plexiglasdach beschädigt bzw. zerstört.
Diesen Schaden hatten wir dann der Versicherung gemeldet – haben viele, viele Fotos mitgeschickt und um Begleichung des Schadens gebeten bzw daß sich ein Handwerker mit uns in Verbindung setzt, den Schaden selbst begutachtet und dann sagt, was es kostet und wann es gerichtet werden kann.
Die Mühlen der Bürokratie mahlen und mahlen und mahlen….. und irgendwann meldete sich dann ein Subunternehmer der Versicherung – aus Salzgitter. Sie hätten gerne die Fotos des Schadens (hatten wir der Versicherung ja schon geschickt), sie hätten nichts bekommen.
Auf unsere Frage, ob denn jemand dann aus Salzgitter vorbei käme und sich den Schaden auch persönlich anschaue bekamen wir ein „Ja, wir sammeln dann die Aufträge und schicken dann jemanden“. AHA – dann warten wir also auf weitere Einbrüche und die Begutachtung der Schäden.
Irgendwann bekamen wir telefonisch mitgeteilt (ohne daß ein Sachverständiger da gewesen ist), sie würden den Schaden jetzt doch nicht richten. Ach – naja, dann nicht. Suchen wir einen anderen.
Der nächste vermittelte Subunternehmer kam aus Köln – wieder die Frage nach den Fotos. Ja, haben wir mittlerweile schon zwei mal geschickt, schicken wir aber auch noch ein drittes Mal. Auf die Frage, ob denn auch hier der Schaden nach Fotos bewertet wird und kein Sachverständiger käme, mußten wir uns anhören ….“Sie können dann ja mit Ihrem Tablett oder Handy durchs Haus oder an der Pergola vorbei gehen, wir machen die Begutachtung online.
Wie bitte? Eine Schadensbegutachtung online? Ich renne mit Tablett oder Handy über dem Kopf durch die Gegend und der Sachbearbeiter sagt dann, was wie kaputt ist und was und wie gerichtet wird? Maße – nur zum Beispiel – brauchen wir keine?
Nach Rücksprache mit der Versicherung selbst wurde uns dann gesagt, daß das wohl mittlerweile so üblich ist und die da trotzdem ziemlich gut und genau arbeiten und den Schaden regulieren können.
Nachdem das Haus der Schwiegereltern in einem anderen Stadtviertel und nicht bei uns um die Ecke steht, ging es um die Terminabsprache, wann diese Onlinebesichtigung denn stattfinden sollte.
Es wurde ein Datum genannt, da können wir nicht, ein Datum, da war die Versicherung schon terminlich voll und so einigten wir uns dann schlussendlich doch auf einen Termin. Eine Viertelstunde später kam die Terminbestätigung per Mail mit völlig anderem Datum – keines der genannten. Wir haben es jetzt aufgegeben – wir lassen es privat richten – was ein Hokuspokus!!!
Da fällst du doch echt vom Glauben ab – SERVICEWÜSTE DEUTSCHLAND. Unfassbar, so etwas, was meint Ihr?
Letze Woche Freitag/Samstag/Sonntag war ich am Tegernsee zum Arbeiten. Einer meiner Kunden hatte dort ein Event und ich habe das fotografisch begleitet.
Es wurde gearbeitet und es wurde auch Spaß geboten – Freitag netter Abend in toller Location mit tollem Essen und toller Unterhaltung…
Samstag hatten wir eine nette Firmenbesichtigung und am Nachmittag besuchten wir das Wasmeier Freilichtmuseum – sehr interessant und toll gemacht.
Am Abend hatten „wir“ Besuch – prominenten Besuch – ein schon sehr betagter Mann, der einst (und auch hier an der Veranstaltung) die „schwarze Barbara“, eine „schwarzbraune Haselnuss“, eine „Katja, die hat ja“, das „lustige Zigeunerleben“ und vieles mehr besungen hat. Ich sag euch, der hat die Location wirklich gerockt und eine super Stimmung wars:
Sonntag gings dann wieder nach Hause – nicht ohne daß ich mich etwas im Tegernsee erfrischt hätte – mein Kollege, eine Kollegin und ich mieteten uns ein Motorboot, fuhren etwas über den See und hatten auch eine Badeleiter an Bord. Wir ließen uns bei schon frischen 22 Grad Wassertemperatur in dieses…
Montag musste ich mich erst mal durch alle Fotos durcharbeiten, raussuchen, etwas bearbeiten und dann „versandfertig“ machen, d.h. auf picdrop hochladen und versenden
Am Mittwoch ging es gen Heimat – ins Heimatörtchen und am Abend nach Fulda zum Open Air auf dem Domplatz – und wer stand auf der Bühne: Bryan Adams – hach….
Donnerstag nach dem Frühstück dann wieder gen Heimat – Freitag der typische Alltag mit Wäsche machen und Einkaufen und abends bei Freunden zum Grillen eingeladen…..
Hier ein letztes Foto – da fällt mir wieder der alte Schlager von Inga und Wolf ein… Gute Nacht, Freunde es wird Zeit für mich, zu gehn Was ich noch zu sagen hätte dauert eine Zigarette (ich rauche immer noch nicht) und ein letztes Glas im Stehn….
Samstag dann Grillfest in der Nachbarschaft und heute ganz entspanntes Chillen mit einem tollen Spaziergang und „spannungsgeladener“ Stimmung…
So und nun steht die nächste Woche bevor und da gehts ebenfalls ziemlich turbulent zu – aber wir wollten das so und nun bekommen wir das so…
Euch einen tollen Start in die Woche – mit erträglichen Temperaturen – letzte Woche war es ja bei uns fast unerträglich heiß – aber das ist Sommer….
mit meiner Zitronenmelisse? Bei mir im Hochbeet tobt die Zitronenmelisse – mal ganz klein eingesetzt, ist sie nun ein Riesenbusch und nimmt den anderen Bewohnern des Hochbeetes Sonne und Platz weg.
Der Versuch, sie aus dem Beet zu ziehen, scheiterte schon mal, ich muß das im Herbst mit Schäufelchen machen – das ist alles sooo fest verwurzelt und explodiert vor sich hin.
Ich werde sie im Herbst ausgraben und in einen separaten Topf setzen, ist ja als „Grünpflanze“ alleine schon nett anzusehen. Aber was mach ich nun mit all dieser Zitronenmelisse? So viel Wasser und Cocktails kann ich in diesem Sommer gar nicht trinken, wenn ich sie blattweise als Deko nehme.
Mein Freund Google wusste da etwas – Zitronenmelissen-Sirup. Jo, hört sich toll und nicht kompliziert an (im Nachhinein mußte ich meine Küche putzen weil Zuckerwasser eine ziemlich klebrige Angelegenheit ist …)
Also – man (Frau) nehme:
25 Gramm Zitronenmelisse-Blätter 5 g Zitronensäure 1 Bio-Zitrone 500 ml Wasser 500 Gramm Zucker
Ich hab den Zucker gleich mal um 100 Gramm reduziert – und dann gings los.
Die Blätter der Zitronenmelisse (bitte vor der Blüte) kalt abbrausen und trocken schütteln, die Biozitrone in Stücke schneiden und zur Seite stellen.
Den Zucker im Wasser gut verrühren und erhitzen, bis es kocht, ein wenig kochen und etwas im Topf abkühlen lassen, Zitronensäure hinzu (hatte ich nicht im Hause – ich hab einfachen Zitronensaft genommen) und das Ganze über die Zitronenmelisse und Zitronen schütten.
Das Ganze lasst ihr 24 Stunden ziehen – drückt dann Zitrone und die Blätter aus, entfernt diese und füllt den Sirup dann in Glasflaschen ab (da gabs bei mir dann etwas Sauerei, weil die Flasche gleich mal umgekippt ist) – ist im Kühlschrank ca 3 Monate haltbar.
Ich habs probiert – damit kann man ganz normales Wasser oder auch Mineralwasser nett aufpeppen – mir ist es trotz der reduzierten Zuckermenge immer noch zu süß. Aber es schmeckt recht „nett“. Nun hab ich zwei Flaschen im Kühlschrank stehen, eine verschenke ich und eine hab ich mal „zur Reserve“.
Ob ich jetzt nachhaltig da etwas getan habe, bezweifle ich – Strom und Wasser verbraucht, aber Vorhandenes verarbeitet. Egal – Zitronenmelisse ist zur Hälfte abgeerntet und die Karöttchen freuen sich jetzt noch etwas über Sonne und Platz im Hochbeet.
ja – sie hat schon wieder etwas, über was sie sich aufregen kann….
Ich war heute früh im REWE – ca. halb 10 und ärgere mich wirklich über das, was ich da erlebt habe.
Überall in den Gängen standen große Wagen mit Paketen rum und blockieren so die eh schon oft viel zu engen Gänge. Hier werden Chips aufgefüllt, dort der Kaffee – vorm Kühlregal hatte man gar keine Chance auf Joghurt oder Quark – dort liefen zwei Angestellte auf und ab und füllen auf und räumen um.
Ich stand da und suchte nach meinem Joghurt und wurde ziemlich unwirsch angeraunzt und mit einem barschen „Vorsicht“ meines Platzes vor der Kühltheke verwiesen.
An der Kasse eine riesige Schlange weil – genau – alle Angestellten in irgendwelchen Gängen standen und auffüllten.
Versteht mich bitte nicht falsch, ich war auch mal im Dienstleistungsbereich tätig (Bäckerei) – wir mußten eben VOR den offiziellen Öffnungszeiten da sein und sämtliche Regale auffüllen, Semmeln und Brote in die Regale räumen und Kuchen und Torten vorher so anrichten, daß wir um halb sieben einen perfekt eingeräumten Laden öffnen konnten.
Und als wäre das für einen Montag morgen nicht genug gewesen, höre ich im Radio meinen „Freund“ – den Herrn Seitenbacher – ihr wisst schon, den Müslimän mit seinem schwäbischen Akzent. Der will uns doch jetzt tatsächlich jetzt in Müslisparten einteilen – es gibt nämlich ab sofort ein …. Trommelwirbel …. Radlermüsli – extra gemacht für Radfahrer.
Fühl ich mich jetzt als Fußgänger schon leicht benachteiligt – aber wie mach ich das jetzt in Zukunft? Esse ich das normale Müsli, wenn ich zu Fuß oder mit dem Auto unterwegs bin? Und muß ich mir morgens dann schon überlegen, ob ich heute evtl noch mal auf das Rad steige, denn da brauche ich ja das Radlermüsli?
Welchen Schwachsinn müssen wir eigentlich noch ertragen? Euch allen einen guten Start in eine heiße Woche…
Wenn ich das schon lese – …. Was glauben denn die Hersteller, warum ich einen Quark, Joghurt oder auch Haarschaum immer wieder kaufe????
Weil es mir so , wie es gerade ist, gut gefällt, schmeckt oder ich damit super zurecht komme.
Gerade ist mein Haarschaum “von der Rezeptur aus verbessert” worden – mir dem Ergebnis, dass er klebrig ist und das Haar beim Antrocknen bockhart wird. Furchtbar – einfach nur gruselig.
Wir waren letzte Woche in Kaprun und Zell am See und sind auch etwas durch die netten Örtchen dort marschiert.
An einem Laden hielt ich an und holte mit ein paar Mozartkugeln. Beim Bezahlen meinte der Ladenbesitzer, dass das wohl die letzten in Österreich hergestellten seien – die Produktion werde nun nach Polen ausgelagert und damit wird auch die Rezeptur für diese Mozartkugeln verändert.
Ich verstehe es einfach nicht – der Markt ist doch da – es wird doch gut verkauft. Wieso meint man, ständig etwas verändern zu müssen?
Nein – ich bin nicht gegen Neuerungen – ich finde nur vieles völlig überflüssig und dann im Nachhinein einfach schlechter.
Aber um auch etwas Positives dazulassen, hier ein paar Fotos von meinem Mädelsabend gestern.
Wir waren zunächst im Bayerischen Hof in der Blue SPA Lounge mit diesem Blick:
Danach haben wir uns in der Kleinen Komödie “Italia con Amore” angeschaut – wirklich toll – eine Parodie von “Romeo und Julia” – begleitet von sämtlichen bekannten italienischen Lieder wie “Volare, Sharazan, I maschi, Felicita…” wirklich lustig und unterhaltsam …
Und gerade habe ich aus meinem Hochbeet die ersten Möhrchen geerntet…
…here I go again my, my how can I resist you Mamma mia does it show again my, my just how much I missed you….
Ich bin mir sicher, das kennt ihr alle – aber um zum Punkt meines Blogeintrages zu kommen, hole ich etwas aus.
(okay, das ist ein seeehr langer Blogeintrag und ist hauptsächlich erst einmal für mich selbst – zur Erinnerung, zum Revue passieren lassen und zum Erkennen, welch tolle Menschen ich um mich habe).
Nachdem sich die Aufregung bezüglich meines 60. bei mir etwas gelegt hatte, gab es noch einige Vorbereitungen für die eigentliche Party. 65 Gäste hatte ich eingeladen und tatsächlich haben doch 60 zugesagt. Wie passend.
So mußten wir die Sitzordnung festlegen (ich mach das immer recht gerne, weil sich dann nicht immer die, die sich sowieso schon kennen, zusammen setzen). Natürlich haben wir geschaut, daß jeder soweit happy mit seinem Platz ist und es aus unserer Sicht passt – und da (fast) sich alle sowieso kennen, gibts da nie Probleme.
Meinen Fotografenkollegen Tobias hatte ich nochmals angerufen, ebenso meinen lieben Kollegen, der für Sound und Licht zuständig ist und „nebenbei“ auch noch den DJ machte.
Am Freitag trudelten die ersten Gäste/Familie ein, ich holte einen „Schwung“ am Bahnhof ab und andere kamen mit dem Auto.
Wir hatten tolles Wetter und saßen zum Kaffee im Garten, am Abend gingen wir zum Italiener, waren aber relativ bald wieder zu Hause und verschwanden in die (Hotel)Betten – also meine Eltern konnte ich bei uns unterbringen, alle anderen waren im fußnahen Hotel untergebracht.
Samstag kamen ein paar meiner Lieben zum Frühstücken, die anderen hatten andere Pläne – wir gingen den Tag gemütlich an und bei mir stieg die Spannung schon etwas an.
Männe verschwand am Nachmittag, um „die Lage in der Location“ zu checken, ich durfte NICHT mit, ich hätte gerne auch noch etwas dekoriert etc… „ich mach das, ruh du dich noch etwas aus“… Naja gut.
Um 18 Uhr gings dann los, wir fuhren los und ich war wirklich aufgeregt, ich WUSSTE, daß irgendetwas passiert – aber eben nicht, was. Und so etwas macht mich immer etwas unruhig – nicht FRAU der Lage zu sein.
Gefeiert haben wir im Seehaus im Englischen Garten – so wie schon Männes 60. im November 2023. Der Vorteil, im Frühjahr Geburtstag zu haben, ist eindeutig das Wetter und daß die Tage eben etwas „länger“ sind. So hatten wir den Aperitiv auf der Terrasse geplant – mit Sonnenschein und blauem Himmel, leichtes Windchen.
Und hier bin ich – ja – total überrascht: Schlagzeug, Bühne? Für wen? Was passiert hier denn?
Ich hatte KEINE AHNUNG und die Unruhe wurde dadurch noch gesteigert. Jetzt mußte ich mich aber erst mal um meine Gäste kümmern, die so nach und nach eintrudelten.
Und da passierte das erste völlig Überraschende, niemals Erwartete und mich zu Tränen Rührende:
Kurzes Vorweg: Ich hatte im Januar meine längste und ich sage mal beste Freundin Moni aus meinem knapp 400 km entfernten Heimatort (wir sind seit 54 Jahren befreundet – von der Grundschule bis jetzt) zu meiner Feier eingeladen. Sie hatte mir abgesagt – aus folgenden Gründen: a) hatte sie selbst 10 Tage vor mir ihren 60. und wußte zu diesem Zeitpunkt noch nicht, wie und wann sie ihre Geburtstagsfeier gestalten wollte und b) das Thema, daß wir an diesem Tag ja sehr wenig Zeit für uns beide hätten, da ja viele Leute da wären. Es wäre doch schöner, wenn wir einen gemeinsamen Tag miteinander verbringen, wenn ich wieder im Heimatörtchen bin – leuchtete mir sofort ein und somit war das Thema für mich erledigt.
Nicht so für Männe, der klemmte sich hinter meinem Rücken ans Telefon und sprach mit Moni, sagte ihr, daß sie auf alle Fälle an unserem Tisch und neben mir sitzen würde und wir so bestimmt einige Zeit zum Reden und zusammen sein hätten. Moni überlegte dann nicht lange und sagte zu. Ich – wieder mal – keine Ahnung.
Wir telefonierten unter der Woche noch ne knappe Stunde und sie erzählte mir, daß sie am Freitag auch nochmal Gäste hätte und wir verabschiedeten uns mit den Worten „Schönes Wochenende“ und dir viel Spass auf deiner Feier:)
Ja und kaum stehe ich auf der Terrasse und habe ca 15 Leute begrüßt und Glückwünsche entgegen genommen, sehe ich Männe an der Tür stehen und an seinem Arm: Moni und ihr Mann Horst hinten dran 🙂
Gott sei Dank hatte sie genau so wie ich Tränen in den Augen und ich konnte es wirklich kaum fassen:
Nachdem ich mich dann einigermaßen beruhigt hatte, war es auch schon Zeit, meine kurze Rede mit Begrüßung aller zu halten – ich hatte das tisch- und personenweise geplant, nachdem jetzt aber die ganze Sitzordnung „umgeworfen“ war (natürlich saß Moni neben mir, nebendran Horst), mußte ich erst immer gucken, wo die betreffende Person saß.
So – und dann war auch das Buffett eröffnet und so waren die nächsten gut 90 Minuten dem kulinarischen Teil des Abends gewidmet.
Und als meine Mama in Richtung Bühne marschierte, gabs schon wieder feuchte Augen meinerseits. Sie hielt eine ganz tolle Rede (hat sie das erste Mal gemacht und normalerweise stellt sie sich nicht so gerne in den Vordergrund – ich weiß, daß hat sie wirklich Überwindung gekostet) und ich war sehr gerührt.
Dann kam Männe – hielt ebenfalls eine sehr schöne und emotionale Rede (Tränenfluß meinerseits schon wieder) und bat uns dann aber recht flott, aufzustehen und an die Bühne zu kommen.
Taten wir und dann erzählte er von einer Band, die in Melbourne gegründet wurde und und und…. (ich hatte einen kurzen Geistesblitz, der aber vorüberzog, weil ich dachte – neee, geht ja gar nicht) – die Band wurde geadelt als die Band, die dem Original am Nähesten ist, ein Bandmitglied wurde letzte Woche 80 Jahre – Bühne frei für Björn Again (und da wars um mich geschehen, meine Tante stand hinter mit und schob mir ein Tempo nach dem anderen in die Hand).
Schaut euch Björn Again mal auf youtube an – unglaublich, wie die ABBA covern – einmalig. Ich hab sie schon zweimal auf Veranstaltungen fotografieren dürfen, einmal in Hamburg und einmal in München – wirklich faaaaaast wie das Original.
Und ganz ehrlich – wahrscheinlich die kleinste Bühne Münchens aber eine Stimmung in dem Seehaus – fast wie in der Olympiahalle (gut, leicht übertrieben). Aber hier hat jeder mitgesungen und mitgetanzt – selbst mein Papa mit 82 Jahren und meine Mum, knapp 80 hielt es nicht auf den Stühlen und sie schwoften die knapp 50 Minuten begeistert mit.
Ich hab wohl in dieser knappen Stunde nicht allzu viel mitbekommen, ich stand völlig neben mir und bin froh über all die Fotos und Videos, die mir meine Gäste dann am nächsten Tag geschickt haben. Ich habe kein einziges gemacht, weil ich mich einfach nur auf das „Konzert“ konzentrieren wollte.
Viel zu schnell ging die Zeit vorbei – danach war Party angesagt und wir hatten noch viel Spaß mit Tanzen und Reden und Lustig sein und dann wars auch schon kurz vor zwei und wir wurden gebeten, so laaangsam zusammenzupacken.
Machten wir dann – wir verließen das Lokal um kurz nach zwei, hatten zwei Autos vollgepackt mit Utensilien, Luftballons, eingepacktem Essen und den Geschenken und fuhren nach Hause, wo wir noch die Autos entluden und dann gegen 3 Uhr in die Kissen sanken. Ich hab bis halb fünf kein Auge zugemacht, so voll Adrenalin und Aufregung…..
Um halb neun stand ich wieder parat, meine Eltern hatten schon Semmeln besorgt und es gab noch ein nettes gemeinsames Frühstück mit 13 Leuten, bevor die ersten dann wieder nach Hause fuhren.(Tisch hatte ich am Tag vorher schon eingedeckt).
Der Tag verging dann mit recht schnell, der enge Kreis der Family ging dann am abend noch mal gemütlich zum Essen in eine tolle Osteria – aber wir waren alle noch recht erledigt und waren gegen 23 Uhr alle wieder zu Hause – hier und im Hotel.
Meine Eltern blieben noch bis Mittwoch, meine 3 Lieblingsmädels fuhren am Montag gegen Mittag wieder nach Hause und ab Mittwoch war die Bude wieder leer und das war ziemlich komisch. Alles vorbei – alles erledigt. Ich hatte einen leichten post-birthdayparty-blues. Und man muß sich dann auch erst mal wieder an den Normalalltag gewöhnen.
Ein unglaublicher Geburtstag, unglaubliche Feiertage und -Wochen, unglaubliche Überraschungen, Emotionen, die überkochen und im Nachhinein ein unvergesslicher Tag in meinem Leben. Tausend Dank an alle, die daran beteiligt waren und ein dickes Danke an meinen Männe – du bist unglaublich!!!❤️❤️❤️❤️
Lange hat’s gedauert… ziemlich genau 60 Jahre – und nach wiederholten Nachfragen bei meinen Eltern muss es wohl so sein: Ich bin Ende April 60 Jahre alt geworden!
Zunächst einmal: Ich habe überhaupt kein Problem mit diesem Alter, mit dieser Zahl – ich fühle mich nicht wie 60 und von daher „I couldn’t care less“ – war auch mein Motto meiner Geburtstagsfeier Anfang Mai. Dazu mehr aber in einem separaten Blogeintrag.
Natürlich ist man ein wenig „aufgeregt“ und so war es auch vor besagtem Geburtstag, einem Montag. Wir hatten ja vorher noch zwei Konzerte und auch unseren Kurzurlaub über Ostern in Lissabon und so war der April schon sehr „bewegt“.
Am Sonntag früh nach dem Frühstück meinte Männe dann zu mir: So, du packst jetzt mal dein Köfferchen für eine Nacht, wir fahren weg. Boah – wie – jetzt gleich? Wohin?
Bezüglich Verreisen trifft man mich ja immer am richtigen Fuß – unter die Dusche und in 10 Minuten hatte ich mein Köfferchen gepackt und stand abfahrtbereit da.
Die Fahrt ging: an den Mondsee. Da hatte ich mir noch nichts dabei gedacht, Wetter war toll, ich hab mich gefreut, die Fahrt war nicht so lange und ich genoss es.
Wir fuhren einen großen Teil der Strecke über die Landstrasse, herrlich, nichts los und tolle Gegenden. Und wie wir da so schön durch die Gegend fahren, erzählte Männe mir, daß meine beiden Lieblingstanten ebenfalls dort sind und wir zusammen in meinen Geburtstag feiern.
Boah – was ein Freude, ich wußte zwar, daß die beiden in dieser Woche in Salzburg sind, hatte aber Mondsee in dem Moment total ausgeblendet – das sind ja nur ein paar km.
So, und um das Ganze noch toller zu gestalten, sind die beiden, gerade als wir vor unser Hotel vorfuhren, aus ihrer Ferienwohnung gekommen – die lag direkt gegenüber von unserem Hotel. Besser gehts eigentlich nicht. Große Wiedersehensfreude und Überraschung und pipapo.
Wir bezogen dann schnell unser Zimmer und machten einen kleinen Spaziergang durch den wunderschönen Ort Mondsee – herrlich.
Am Abend gingen wir ins hoteleigene Restaurant zum Essen – und nachdem wir ja in den Geburststag hineinfeiern wollten, kam auch gleich die Frage auf: Gibts im Hotel eine Bar und wie lange hat die auf? Ja, normalerweise bis Mitternacht (würde knapp werden) aber heute ist geschlossen. Mist.
Gut, daß Männe mitgedacht, eine Flasche Schampus von zu Hause mitgebracht und in der Minibar deponiert hatte. Wir verließen das Restaurant um kurz vor Mitternacht und Männe sperrte uns Mädels noch etwas aus und bereitete vor:
Hach – wir können so herrlich verrückt Geburtstage feiern – rein – und auch wieder rausfeiern. Es war soo toll, ich bekam ein Geburtstagsständchen, tausend Umarmungen und Küsse, zwei Gläser Schampus, schon ein paar Geschenke und fiel um 2 Uhr glückselig in die Heia.
Zur Uhr: ich hab ein Faible für Armbanduhren – echt. Ich liebe Armbanduhren. Und kurz vorm Geburtstag inserierte Swatch und Omega riesig in der Zeitung diese Uhr… Speedmaster
Hier aus der Werbung: Der 1. März 1965 markierte den Beginn der spektakulären Reise der OMEGA Speedmaster: Sie wurde die erste Uhr auf dem Mond. Die MOONSWATCH 1965 feiert den 60. Jahrestag dieses Meilensteins mit ihren einzigartigen Design-Elementen und Komplikationen. Und Omega und Swatch kreierten zum 60. Jahrestag eben diese Uhr:
Gut- bis ich also dann endlich im Land der Träume war, war es drei und einen Wimpernschlag später klingelte der Wecker um kurz vor acht – und damit fast gleichzeitig das Handy mit den ersten Gratulanten.
Um halb zehn waren wir zum Frühstück verabredet, danach packten wir unser Köfferchen und fuhren mit den beiden Lieblingstanten an den Wolfgangsee – ihr wisst schon, RÖSSEL und so weiter.
Herrliches Wetter, angenehm warm, Sonne im Rücken, See vor der Nase, Lieblingsmenschen um mich – ein Traum:
Und viel zu schnell mußten wir auch wieder gen Heimat – ich hatte Männe zum Essen eingeladen und wir sollten um 20.00 Uhr dort sein. Also Tanten wieder zurück zum Mondsee gefahren und wir dann gemütlich gen München.
Dort waren wir um halb sechs, ich wollte mich noch kurz ausruhen, aber auch da hatte Männe schon vorbereitet und ich konnte noch einige Geschenke in Empfang nehmen, teils vorher schon von unseren Nachbarn in Empfang genommen (Blumen)….
Mit Nachbars schnell noch einen Prosecco zum Anstoßen und dann gings auch schon in die City. Das MATSUHISA ist ein japanisches Lokal im Hotel Mandarin Oriental. Dort gibt es für Hotelgäste und auch Restaurantgäste eine Dachterrasse und Bar mit diesen Ausblicken:
Wir genossen dort erst einen Aperitiv und dann ein richtig tolles Essen in tollem Ambiente – waren aber beide so müde, daß wir gegen 23 Uhr wieder gen Heimat fuhren.
Ich saß dann noch bestimmt eine Stunde zu Hause auf der Couch und mußte den ganzen Tag erst mal verdauen – es war soooo schön und beeindruckend, es war einfach herrlich und ein Tag, den ich nicht vergessen werde – das war noch ein Geburtstagsgruß vom Restaurant:
Um ein Uhr hatte ich auch all meine Whatsapp- Nachrichten, SMS, Mails beantwortet und bin glücklich in die Kissen gesunken- es macht soooo Spaß, 60 zu werden 🙂
Die Geburtstagsfeier kommt im nächsten Beitrag – und im Nachhinein hätte es nicht passender erscheinen können: Das Kalenderblatt meines Geburtstages – ich wußte da aber noch nicht, was sich auf meiner Geburtstagsfeier tut: bleibt dran…….
Am 16. April waren wir in der Olympiahalle auf einem Konzert von Rainhard Fendrich – kennen bestimmt viele von Euch – seine S“trada del Sole“, sein „I am from Austria“ oder „Macho, Macho“ oder einer seiner früheren Hits „Es lebe der Sport“.
Ich mag ihn sehr gerne und auch seine Lieder – die Texte sind oft witzig, manchmal nachdenklich, zeitkritisch und auch mit aktuellen Themen behaftet.
Natürlich ist auch an ihm der Zahn der Zeit nicht vorbeigewackelt, aber er sieht (in meinen Augen) immer noch gut aus und ist auch noch fit .
Und am 24.04. waren wir im Circus Krone (der Circus ist ab März bis Oktober mobil unterwegs und von daher können da in der Zwischenzeit Konzerte stattfinden) bei Mike and the Mechanics – kennen auch viele von Euch. Mike Rutherford spielte früher bei Genesis und war auch als Solokünstler unterwegs.
Mike and the Mechanics spielen sehr angenehmen Pop/Rock und auch das neueste Album geht wunderbar ins Ohr und bleibt in Erinnerung.
Ich habe mir 1995 schon CDs von Mike and the Mechanics zugelegt und mag diese Musik sehr, wir waren schon zwei Mail auf Konzerten in der Muffathalle in München und nun eben im Circus Krone.
Phil Collins war ja Schlagzeuger und irgendwann auch Sänger der Gruppe Genensis – sein Sohn Nic hat Phil Collins schon 2016 auf seiner Tournee am Schlagzeug begleitet. Und auf der aktuellen Tournee von Mike and the Mechanics saß Nic auch hier am Schlagzeug. Genial, dieser Mensch – das merkt man schon die Gene vom Papa.
Ein tolles Konzert, ganz viele bekannte Songs und auch neue, die einem sofort ins Ohr gingen – ich mag diese Musik ebenfalls sehr. Ausverkaufter Circus Krone und eine tolle Stimmung da:
Etwas erstaunt waren wir alle, als Mike Rutherford auf die Bühne kam – mit einer Krücke. Und nachdem ihm sein Mikrofon gebracht wurde meinte er: Good evening Munich – sorry for seeing me like this but I broke my f….. hip. – Also stand er mit gebrochener Hüfte auf der Bühne – Respekt und Hut ab, daß er die komplette Tournee so durchgezogen hat.
Also ebenfalls ein toller Abend, tolles Publikum, tolles Kozert, tolle Stimmung und beim nächsten Konzert sind wir wieder mit dabei. Diese Mechaniker sind absolut hörens- und auch sehenswert.
So – und mit diesem Satz hat man wohl den Bekanntenkreis um mindestens die Hälfte reduziert. Und ich meine den Bekanntenkreis – der Freundeskreis versteht es (hoffentlich) meist.
Eine sehr interessante Sache, die gerade auch in den sozialen Medien heiß und emotional disktutiert wird, sind Einladungen zur Hochzeit mit oben genanntem Zusatz.
Ihr glaubt gar nicht, wie hier die Emotionen hochschlagen und was man dann als Antwort auf die Frage „Hochzeit feiern – mit oder ohne Kinder als Gäste“.
Antworten auf die Fragen, die unterschiedlicher und teilweise unverschämter auch nicht sein können. Von „Gott sei Dank keine Schratzen und kein Geschrei, da kann man endlich mal richtig in Ruhe feiern“ (nicht alle Kinder sind Schratzen und schreien) zu „verstehe ich vollkommen, wenn wir Erwachsene auch mal unter uns sein wollen“ bis zu „wenn meine Kinder nicht erwünscht sind, dann bin ich es auch nicht“ (falsch, sonst wärst du ja nicht eingeladen worden).
Wir haben mal einen Geburtstagsbrunch bei uns ausgerichtet und haben deutlich gesagt, daß es uns vom Platz her unmöglich ist, wenn jeder seine Kinder mitbringt. Die Einladung wurde mindestens 14 Tage vorher ausgesprochen und wurde von jedem akzeptiert – von fast jedem.
Am Sonntag (Tag des Brunches) rief ein Freund an und meinte, er habe seine Kinder an diesem Wochenende bei sich und er würde sie jetzt mitbringen. Nein, wir haben keinen Platz und das geht nicht. Doch, er bringt seine Kinder jetzt mit und wenn das nicht geht, bleibt er eben weg. Gut, dann bleib weg – es geht nicht. Wie stehe ich denn da, wenn ich 15 Paaren erzähle, sie könnten alleine aus Platzmangel ihre Kinder nicht mitbringen und einer bringt seine dann mit? NOGO!!!! Für 14 Paare war das gar kein Problem und sie haben sich gefreut, ein paar Stunden mal nicht ständig zu gucken und sich zu sorgen, daß die Kinder nix „anstellen“.
Wir haben es auch anders erlebt. Geburtstagsfeier von Männe ab abends 20 Uhr – eigentlich klar, daß da keine Kinder eingeladen sind. Wir sitzen zusammen, ein Pärchen (aus der erweiterten Nachbarschaft) ist nicht pünktlich da, wir rufen an, ob sie noch kommen – ja, Frau geht gerade noch mit dem Hund (wir hatten uns nachmittags noch getroffen und nochmals die Uhrzeit besprochen) wir kommen gleich und übrigens bringen wir unsere Tochter mit (5 Jahre alt).
Bääähmmm- da stehste da und willst keinen Zirkus. Gut, Pärchen kommt, die Kleine ist auch brav und spielt zunächst mit Puppe am Tisch. Und wie es so als Gastgeber(in) ist, Mann und Frau konzentrieren sich dann auf Essen, Getränke und Gäste und als ich 2 Stunden später in meine Wohnzimmer komme, sitzt besagtes Kind am Boden und hat mir meine komplette Weihnachtsdeko (soweit eine 5 jährige eben an Regale und ähnliches kommt) abgeräumt, am Fußboden verteilt und die Obstschale bzw. deren Inhalt auch dort geparkt.
Ich hab gedacht, mich trifft der Schlag. Tränen vor Zorn, Emotionen…. Auf den etwas barschen Ton Männes, dem Pärchen klarzumachen, daß besagtes Kind JETZT SOFORT nach Hause geht, konnte ich nur wortlos nicken. Und die Aussage der Mutter „ach, sie hat doch so leise gespielt und gar nicht gestört – wir räumen das auch wieder auf“ ließ mich nochmals schlucken.
Natürlich hab ich am anderen Tag aufgeräumt und neu dekoriert – war ja nur Stunden, die mich das gekostet hatten.
Wie gesagt, alles soweit okay, passiert – aber bei uns nicht mehr. Davon abgesehen sind die Kinder unserer Freunde mittlerweile 20 – 25 Jahre plus und würden schreiend wegrennen, wenn sie zu uns zum Mitfeiern eingeladen würden.
Aber jetzt noch mal zum Thema Hochzeit und Kinder. Ich finde diesen Zusatz in einer Einladung sehr ehrlich – und es geht um das Brautpaar und dessen Wünsche. Der schönste Tag im Leben (auch so ein Klischee, finde ich) möchte ich planen und gestalten, wie ICH das für mich für richtig halte – und nicht für meine Gäste.
Mittlerweile gibt es ja Hochzeiten, da sind dann auch separat Kinderbetreuer engagiert, die sich dann um die Kinder der Gäste kümmern – ich finde das alles komplett überzogen und völlig daneben.
Davon abgesehenen, ist das ja auch eine Frage des Geldes – stellt euch vor, ich lade zur Hochzeit zwischen 50 und 70 Leute ein – Geschwister, Familie, Freunde und Bekannte und jeder bringt nur ein Kind mit. Den Trubel will ich mir an meiner Hochzeit nicht vorstellen.
Und die Annahme, den Kindern gefällt eine Hochzeitsfeier – vielleicht am Anfang. Aber irgendwann ist es langweilig, man muß still sitzen, man kann nicht rumrennen…. Purer Egoismus der Eltern – finde ich. Nur weil sie sich amüsieren wollen, muß das Kind unlustig rumsitzen – ich übertreibe jetzt mal mit Absicht.
Wie steht ihr zu dem Thema Kinder „ausladen“ zur Hochzeit? Wenn ich keinen Babysitter habe, muß ich eben absagen. Aber dann kann ich ja nie etwas machen, es sei denn, ich nehme mein Kind mit in Restaurants, Kneipen oder wohin auch immer.
Wir waren Anfang April in der in München stationierten „unautorisierten“ Banksy-Ausstellung. Banksy ist das Pseudonym eines britischen Streetart-Künstlers. Seine Schablonengraffiti wurden anfangs in Bristol und London bekannt. Seine Aktivitäten auch außerhalb des Vereinigten Königreichs machten Banksy weltweit bekannt. Banksy bemüht sich, seinen bürgerlichen Namen sowie seine wahre Identität geheim zu halten.
Wer ist Banksy?Banksy bedient sich der Taktiken der Kommunikationsguerilla, insbesondere bei seinen Inspirationsquellen (wie der des französischen Pochoir-Künstlers Blek le Rat und Massive Attacks Frontman Robert del Naja, alias 3D) und der Adbusters, um eine alternative Sichtweise auf politische und wirtschaftliche Themen zu bieten. Er verändert und modifiziert dabei oft bekannte Motive und Bilder. Er nahm Auftragsarbeiten für wohltätige Zwecke an, etwa für Greenpeace, und gestaltete eine Reihe von CD-Covern, unter anderem für das Label Wall of Sound sowie 2003 für die Band Blur.
Neben der Umsetzung von Schablonengraffiti installierte Banksy eigene Arbeiten auch unautorisiert in Museen. Auf diese Weise hingen Arbeiten von ihm im Londoner Tate Modern, New Yorker Museum of Modern Art, Metropolitan Museum of Art, Brooklyn Museum, American Museum of Natural History und im Louvre. Im Mai 2005 wurde Banksys Version einer Höhlenmalerei, die einen jagenden Menschen mit Einkaufswagen zeigte, im British Museum gefunden. Seit 1999 zeigte Banksy seine Werke mehrmals in selbstorganisierten Ausstellungen, da er Galerien sowie den traditionellen Kunstbetrieb dem Vernehmen nach ablehnt. Seine Abneigung gegen den heutigen Kunstbetrieb zeigte sich auch in einer Aktion in New York im Oktober 2013, bei der Bilder zu Schnäppchenpreisen an unwissende Laien verkauft wurden.
So – genug Theorie und Wissen – jetzt mal Bilder von Banksy – ich beginne mal mit seinem wohl berühmtesten „Girl with balloon“
Für das „Girl with a Balloon“ verwendete Banksy seine charakteristische Schablonentechnik, die aufgrund ihrer schnellen und präzisen Anwendung zum Synonym für seinen Stil geworden ist. Diese Technik ist in der verborgenen Welt der Graffiti-Kunst unverzichtbar.
Und dazu gabs in der Ausstellung ein Video. Dieses Bild wurde in 2018 in einer Auktion für 1,2 Mio Euro versteigert. Direkt im Anschluß, nach dem der Hammer fiel, begann das Bild in seinem Rahmen herunter zu rutschen und aus dem Bilderrahmen kamen geschredderte Schnipsel. Man sieht in diesem Video die entsetzten Blicke der Menschen dieser Auktion und es wurde auch ein Alarm ausgelöst.
Das Werk zeigt ein Mädchen, dessen Haare und Kleid im Wind wehen und das nach einem roten, herzförmigen Luftballon greift. Die Geste und der rote Luftballon vermitteln eine starke Botschaft, die auf verschiedene Weise gelesen werden kann. Die Bedeutung kann als Verlust der Unschuld oder als Ankunft neuer Hoffnung und Liebe interpretiert werden. Dieses Werk erschien ursprünglich 2002 in der Londoner Southbank, wurde aber später von der Stadtverwaltung übermalt. Daraufhin produzierte Banksy es in einem neuen Kontext und veröffentlichte eine geringe Auflage als unsignierten und signierten Siebdruck. Einer von seinen gerahmten Drucken aus dem Jahr 2006 stand zur Versteigerung an. Wenige Augenblicke, nachdem das Bild für 860.000 Pfund verkauft wurde, löste der heimlich in den Rahmen eingebaute Schredder aus und zerstörte die Leinwand. Mit diesem Statement zur Kommerzialisierung seiner Arbeit schrieb Banksy in der Kunstbranche Geschichte. Am 14. Oktober 2021 wechselte das halb geschredderte „Girl with Balloon“ mit seinem neuen Titel „Love is in the Bin“ („Die Liebe ist im Eimer“) den Besitzer. Im Londoner Auktionshaus Sotheby‘s kam das Werk für 16 Millionen Pfund unter den Hammer.
Banksys Werke sind oft zeitkritisch, auch seine Abneigung gegen Krieg und Ausgrenzung sind in seinen Werken deutlich zu sehen und zu spüren wie zb. hier:
Dieses Bild „Kissing Coppers“ wurde ursprünglich in einem Pub in Brighton enthüllt. Dieses Werk feiert die Toleranz in einer Stadt, die seit den 1960-ern für ihre Schwulenfreundlichkeit bekannt ist. Aber noch bis zum Jahr 2000 waren Heterosexuelle vom Dienst bei den britischen Streitkräften. ausgeschlossen.
Banksy, wie er sich selbst sieht:
Ein Bild, das zu meinen Favouriten in der Ausstellung gehörte:
Mit einer Breite von 4 Metern ist das gigantische „Devolved Parliament“ Banksys größte bekannte Leinwand. Das Gemälde zeigt auf beißend satirische Weise den Debattiersaal des britischen Unterhauses, doch statt debattierender Abgeordneter ist das „House of Commons“ hier mit Schimpansen gefüllt. Obwohl es bereits 2009 gemalt wurde, haben viele Kommentatoren Vergleiche zur aktuellen Politik und dem Chaos im Parlament wegen des Brexit gezogen. Das Werk wurde erstmals in der Ausstellung „Banksy vs. Bristol Museum“ gezeigt und trug zum Zeitpunkt der Ausstellung den Titel „Question Time“, wurde allerdings nach einer späteren Überarbeitung in „Devolved Parliament“ umbenannt.
Und ich könnte euch noch einiges über diese faszinierende Ausstellung erzählen, aber ich zeige euch lieber noch ein paar von Banksys Bildern, die mich alle fasziniert und zum Überlegen und Nachdenken angeregt haben.
Beim Verlassen der Ausstellung trifft man noch auf dieses Bild:
Das hat mich sehr erschüttert – eine Friedenstaube, die im Visier einer Waffe ist – unglaublich emotional finde ich.
Alles in allem eine sehr interessante, emotionale und wirklich sehr gut gemachte Ausstellung und ich habe Hochachtung vor dem Künstler, der so offen mit seiner Abneigung gegen Gewalt, Krieg, Hass und Diskriminierung umgeht und dies auch zeigt.