Ein unerwartetes Danke..

… an einem grauen und regnerischen Maitag… made my day. Wobei es wohl auch oft auf einen selbst ankommt.

Folgende Situation … ich marschiere zur U-Bahn-Station und will zu den Gleisen. Überirdisch beginnt die Rolltreppe ins Zwischengeschoss. Diese Rolltreppen sind welchelseitig – sprich, wenn von oben einer nach unten will, tritt er auf einen Kontakt und der setzt die Rolltreppe nach unten in Gang. Umgekehrt geht es genau – Kontakt unten und die Rolltreppe fährt nach oben. Oft läuft sie noch ein klein wenig nach, d.h. man ist unten angekommen und sie läuft noch ca 20 Sekunden abwärts.

Ich bin recht flott unterwegs, weil spät dran und sehe, dass die Rolltreppe noch nach unten fährt, springe drauf und sehe im gleichen Moment unten einen Herrn mit Krücken stehen. Ich wieder am Absatz kehrt gemacht und runter von der Rolltreppe- ich hab ja zwei gesunde Füße (jetzt wieder) und gehe die Treppe runter. Damit stoppt die Abwährtsfahrt der Rolltreppe eher und der Mann mit den Krücken kann eher auf die Rolltreppe nach oben.

Kurz vor der Mitte der Rolltreppe und der anderen begegnen wir uns und der Herr sagt „herzlichen Dank, dass Sie so achtsam waren. Das passiert eher selten“. Ich: „Sehr gerne, das ist doch eigentlich selbstverständlich“. Er:“Oh nein – selbstverständlich ist das wohl eher nicht- ich warte schon ca 3 Minuten hier unten… Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Tag“

Und dann dachte ich mir, wie wäre es, wenn man einfach ein wenig achtsamer durchs Leben geht und auch mehr aktiv hilft – nicht nur passiv.

Ich hab das vor Jahren selbst erlebt mit der aktiven und passiven Hilfe. Klar – beides ist toll und das Gegenüber ist dankbar.

Folgendes Szenario: Ich hatte mit erfolgreich mein Handgekenk zerstört- Elle und Speiche gebrochen, diverse Bänder gerissen. OP verlief gut, danach Schiene und Ruhe halten und Physiotherapie.

So konnte ich natürlich kein Auto fahren bzw hätte mich nicht erwischen lassen dürfen. Eine damalige Nachbarin von mir rief mich an und sagte, ich solle mich bei ihr melden, wenn ich etwas bräuchte, sie würde mir das dann einkaufen und vorbei bringen. Sehr nett – nur hab ich mich nie bei ihr gemeldet. Alleine der Gedanke, sie muss jetzt für mich losfahren und mir das Zeugs einkaufen und es mir dann noch bringen … nee – ich hab lange Spaziergänge gemacht und mir das Zeugs peu a peu selbst eingekauft.

Die andere Nachbarin rief mich an, teilte mir mit, dass sie in 3o Minuten vor der Haustür stehe und dann gemeinsam mit mir einkaufen fährt. Ich – völlig überrumpelt – sagte natürlich zu. Und es war toll.

Die zweite Nachbarin hat „aktiv“ agiert – ich musste nicht fragen, ob sie mir etwas mitbringt …

Jetzt ganz man sagen, das sind ja beides Angebote und ich hätte auch das erste nutzen können. Aber oft fällt es dem ein oder anderen schwer, um Hilfe zu bitten. Trotz Angebot.

Mal in der Ubahn aufstehen, wenn jemand kommt, der aussieht, als könne er einen Sitzplatz gebrauchen, beim Taschen einpacken helfen, eine Einkaufstasche ins Haus tragen … einfach fragen, ob man hier helfen kann …. es gibt so viele Kleinigkeiten, die einen Menschen wirklich helfen oder zumindest ein Lächeln ins Gesicht zaubern….

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Veröffentlicht von Kerstins Reisefotos und mehr...

Reisefreudig, Fotografie-süchtig, fast immer gut gelaunt, Optimistin... Fotografie ist mein Leben - meine Leidenschaft - mein Yoga

2 Kommentare zu „Ein unerwartetes Danke..

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