Freundschaft…

….gute Frage, oder? Wikipedia erklärt Freundschaft folgendermaßen:
Freundschaft bezeichnet ein auf gegenseitiger Zuneigung beruhendes Verhältnis von Menschen zueinander,[1] das sich durch Sympathie und Vertrauen auszeichnet. Eine in einer freundschaftlichen Beziehung stehende Person heißt Freund beziehungsweise Freundin. Freundschaften haben eine herausragende Bedeutung für Menschen und Gesellschaften. Schon antike Philosophen wie Aristoteles und Cicero haben sich mit der Freundschaft auseinandergesetzt.
Muß man Freundschaft erklären?Was bedeutet uns das? Wie wichtig sind Freund(innen)?
Ich kann nur von mir aus gehen: Im Kindergarten waren alle, mit denen ich gerne gespielt habe, meine Freunde. In der Grundschule später wurde man schon etwas wählerischer, das steigerte sich in der Realschule noch etwas – da hatte ich ein erstes „Freundschafts-Verlust-Erlebnis“. Meine bis dahin beste Freundin seit der 5. Klasse und ich hatten 4 Jahre eine sehr enge Freundschaft. Kaum aus der Schule, hingen wir schon am Telefon und mußten „wichtiges besprechen“. Unser jährlicher Albtraum war die Planung der Sommerferien unserer Eltern – hatten wir die ersten 3 Wochen geplant – waren es bei Renate und ihren Eltern die letzen drei. Hieß, wir haben uns im worst case 6 Wochen nicht gesehen oder gehört – unser beider Albtraum. Damals dachte noch keiner an Handys und die Telefone hatten noch eine Wählscheibe (glaub ich). Aber wir haben das auch überstanden. Renate hatte dann in der 9. Klasse einen Freund – und ich war plötzlich nicht mehr so wichtig. Das tat weh – richtig weh. War ein Lernprozess – für mich ein langer.
Als ich mit 23 ganz alleine – ohne Familie, Freund oder Kollegin – nach München ging, habe ich festgestellt, daß sich Freundschaft nicht mehr so auf die Schnelle aufbaut. Man hat Bekannte, ja, die mit der Zeit manchmal zu Freunden werden.
Während meiner Berufsfindungsphase (es dauerte etwas, bis ich zu meinem Beruf bzw. meiner Berufung gefunden habe- Mittlerer Dienst, Bank, Asset Management Gesellschaft und letztendlich Fotografin) gab es viele Bekannte. Aus einer Bekanntschaft hat sich eine richtige Freundschaft entwickelt. Aus uns unerfindlichen Gründen haben wir uns dann 7 Jahre nicht mehr gesehen und gesprochen und dann auf einer Feier wieder getroffen. Wir haben uns sofort wieder gut verstanden und uns gleich auf einen Kaffee verabredet. Seit dieser Zeit bezeichne ich uns wieder als Freundinnen. Wir haben niemals darüber gesprochen, warum wir uns 7 Jahre nicht gesehen haben – ist auch egal. Diese Freundin ist mir sehr wichtig – ich habe sie damals ziemlich vermißt. Aber auch heute sehen wir und oft wochenlang nicht – aber ich weiß, sue ist da. Ein sehr schönes Gefühl.
Eine andere Freundin sehe ich nur alle 2-3 Monate – wir telefonieren auch nicht regelmäßig – aber ich weiß, sollte ich mal irgendein Problem haben, kann immer zu ihr kommen. Ein gemeinsames Freundepaar von Männe und mir sehen wir einmal im Jahr – wenn wir es schaffen – und stellen jedes Mal fest: Es ist, als hätten wir uns erst gestern gesehen und gesprochen. Alles ist vertraut. Ist Freundschaft also davon abhängig, wie oft man sich sieht oder hört? Natürlich ist es schön, wenn ich meine Freundinnen oft sehe, aber wir alle haben unseren Alltag und unsere Verpflichtungen, die uns (leider) öfters davon abhalten, sich zu sehen, ein paar Stunden miteinander zu verbringen und zu reden und dann glücklich und zufrieden wieder auseinander zu gehen. Aber vielleicht macht es das auch aus – es ist etwas besonderes, wenn man sich trifft. Gerade jetzt in der Pandemie bzw. danach sind persönliche Treffen so etwas besonderes. Ja – Freundschaft ist etwas Besonderes – nichts selbstverständliches – man muss es zu schätzen wissen.
Ich finde, je älter man wird, desto mehr schätzt man Freundschaften – weil sie manchmal weniger werden – man entwickelt sich auseinander, die Interessen gehen auseinander, aber das ist auch nicht schlimm, finde ich. Man muss es nur anerkennen und einsehen. Und man muss sich auch „trennen“ können. Auch das gehört dazu. Wenn mir eine „Freundschaft“ mehr Sorge oder ungutes Gefühl als Freude bereitet, muß ich mir überlegen, ob ich das möchte. Sich mit Menschen umgeben, die einem guttun, sollte bei uns ganz oben anstehen. Aber manchmal entwickeln sich auch aus flüchtigen Bekanntschaften tolle Freundschaften.
Wie seht ihr das mit dem Thema Freundschaft? Eine beste Freundin/bester Freund? Viele Freunde? Oder nur Bekannte? Was unterscheidet einen Bekannten von einem Freund? Ich finde das ein recht spannendes Thema.

Veröffentlicht von Kerstins Reisefotos und mehr...

Reisefreudig, Fotografie-süchtig, fast immer gut gelaunt, Optimistin... Fotografie ist mein Leben - meine Leidenschaft - mein Yoga

5 Kommentare zu „Freundschaft…

    1. Liebe Ulrike – vielen lieben Dank für deine Antwort – ich versuche gerade hektisch, Deinen Blog zu abonnieren – bin noch nicht wirklich erfolgreich gewesen, probiere es aber jetzt über den Laptop – da seh ich mehr 🙂 waren vor 3 Jahren in China und es hat uns suuuper gefallen … Lg Kerstin.

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  1. Dazu ein Gedicht, das ich 2017 veröffentlicht habe:

    Wie geht es dir?

     Die meist gestellte Fragen,
    doch, wenn ich die Wahrheit sage,
    bringt es was oder nicht,
    mir fehlt das helle Licht.

    Flunkere ich und lüge rum,
    hält mich mein Gegenüber für dumm.
    Was antworte ich, ich armer Wicht,
    belügen will ich dich ja nicht.

    Sag ich es durch die Blume, oder
    sag ich die Wahrheit, ohne Zinnober.
    Das ist das ewig gleiche Spiel,
    mach ichs falsch, verfehl ichs Ziel.

    Die Wahrheit ist es, die schockiert,
    steh ich dann da, ganz unmaskiert.
    Zeig dir meine schwache Seite,
    gebe Angriffsfläche, Breitseite.

    Steh irgendwie nackt vor dir,
    wünschte, ich wäre nicht hier.
    Doch ich weiß, dass ich mich nicht verrenn,
    weil ich mir einbilde, dass ich dich kenn.

    Doch woher sollten wir uns kennen?
    Werden nie zusammen pennen.
    Doch hab ich in dich Vertrauen,
    würde immer auf dich bauen.

    Darum und nur deswegen,
    erzähle ich von meinem Leben.
    Ja, ich sage dir auch,
    wann ich dich mal brauch.

    Ist es das, was Freundschaft ist,
    wenn man den anderen vermisst,
    wenn man ihm an den Kopf knallt:
    Mir geht’s nicht gut, ich fühl mich kalt.

    Wenn ich solch Zeilen lese,
    selbst bin noch am genese,
    dann weiß ich, ich werde gebraucht
    und schon ist meine Last verraucht.

    Du bist mir wichtig, zeig ich dann,
    denn ich weiß, dass irgendwann,
    ich dich auch brauchen werde,
    dann kommst du an, ohne Beschwerde.

    Zusammen Lachen, zusammen weinen,
    das kann kein Freund jemals verneinen.
    Dafür sind Freunde einfach da,
    mit ihnen ist es immer wunderbar

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    1. Toll -einfach nur toll. Starke Worte und so wahr – Manchmal will das Gegenüber gar nicht wissen, wie es dir geht – Angst vor der Antwort : schlecht…. wie soll man damit umgehen??? Klar ist das eine blöde Antwort und manchmal weiß man auch nicht, wie man darauf reagieren soll. Einfach mal in den Arm nehmen ist dann manchmal für den Anfang schon Antwort genug…

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