MRT … Drama in 3 Akten

Erster Akt:
Ich mußte neulich zur jährlichen Kontrolle zum MRT. Termin ausgemacht, dienstags um 11.00 Uhr. Ich marschiere kurz vor elf auf, melde mich bei der Rezeption, werde ins Wartezimmer gebeten. Da saß ich nun und wartete vor mich hin – klar, gibt immer mal Verzögerungen trotz Terminvergaben. Als ich dann schon 45 Minuten wartete (und das dort so nicht kannte), wollte ich nachfragen, ob man mich evtl „vergessen“ hätte. Ich stand gerade auf, da wurde ich auch aufgerufen. Nun gut, geht doch dachte ich noch. Da sprach mich die Rezeptionistin an: Also Frau vdl, äähm, äääh, ich muß Ihnen leider sagen, daß der Doktor krank ist – den brauchen wir aber zwecks dem Kontrastmittel ist – und wir den heutigen Termin verschieben müssen“. Mooooooment – ich sitze hier 45 Minuten rum und bekomme dann lapidar gesagt, der Doc ist krank? Hätte sie mir das nicht a) telefonisch VOR meinem Erscheinen in der Praxis sagen können oder b) als ich vor ihr an der Rezeption stand? Der wird ja nicht kurzfristig vom Stangerl gefallen sein….Och, hatte ich einen Zorn – nutzt ja nix, Termin nächste Woche.

2. Akt:
MRT Termin Teil zwei – ich marschiere wieder auf – werde gebeten, noch kurz zu warten und kurz drauf aufgerufen. Bitte in Zimmer 1, bitte Schuhe ausziehen, bitte frische Maske aufsetzen und warten, bis abgeholt.
Ich werde abgeholt, lege mich auf die Liege und dann ging der Spass los – kenne ich schon. Das Stück könnte man nennen: „Weißkittel auf der Suche nach Venen“.. Wildes Geklatsche auf meinem rechten Arm, es zeigt sich keine Vene – wir versuchen es trotzdem: NIX. Naja, nochmal: Wieder Nix. Gut, dann linker Arm (meine Erfahrung: geht gar nicht – habe ich auch kund getan – MANN glaubte mir nicht). Wildes Geklatsche am linken Arm – es zeigt sich: NIX… Wir versuchen es mal. Nadel rein…. NIX… Doch daaa könnte…. Nadel rein: Nix… Dann Aussage: Also – ist ja nur Kontrolle, ginge auch ohne Kontrastmittel…. Okay, nach 4 Fehlversuchen hätte ich es so auch mal versucht… MANN fragte dann aber auch noch mal eine Ärztin, ob die nicht „wolle“???? Sie wollte – sprachs und traf zunächst irgend etwas und stocherte dann mit der Nadel hin und her “ Nee, da ist nix, obwohl doch da.. nee, doooooch, jetzt aber…..“ Gut. Schlauch hängt und Kontrastmittel kann rein.
„Bitte bleiben Sie jetzt ganz still liegen und folgen den Ansagen“ – ich weiss dass, mach ich seit Jahren und nachdem der Kopf in einem Gestell festgeschnallt wird, kann man sich da sowieso nicht bewegen.
Ich werde in die Röhre gefahren – hin und her (kenne ich) es scheppert und es hämmert, die ganze Liege, auf der ich bin, bebt und wackelt und ich dachte mir: Na, das kann ja was werden.
Nach 20 Minuten hat der Spuk ein Ende, ich werde aus der Röhre gefahren, der Zugang in der Vene wird gezogen, Tupfer und Riesenpflaster drauf. „Würden Sie bitte noch 1 Minute fest drücken?“ Sie dürfen sich danach wieder anziehen und draußen warten. Klar, mach ich alles… ich drücke auf die Einstichstelle, warte zwei Minuten und ziehe dann meine Schuhe an. Und wie ich so nach meinem Schuh greife, sehe ich, daß a) mein Pulli am Ellbogen völlig naß ist und b) mir das Blut aus der Einstichstelle tropft – nee läuft…
Ich wieder ins Zimmer und meinte „Äh, könnten Sie da bitte noch mal einen neuen Tupfer….?“ SIE HÄTTEN UNS SAGEN MÜSSEN, DASS SIE BLUTVERDÜNNER NEHMEN“ wurde ich angeraunzt. UUUPPS – ich nehme keine Blutverdünner, hätte ich doch auf dem Fragebogen angegeben. Nun gut, das Pflaster wurde hektisch abgerissen und ich wurde mit Bandage ins Wartezimmer geschickt…. Ziemlich gute Stimmung in dem Laden, dachte ich mir nur….

3.Akt:
Nach 5 Minuten werde ich aufgerufen und höre: „Frau vdL, alles okay, Sie können jetzt gehen“ – ÄHHHH – wir besprechen normalerweise IMMER die Ergebnisse des MRT. Das sagte ich auch der Rezeptionistin. „Das machen wir nicht mehr, der Befund geht an Herrn Dr. xxx“. Ich bin schon fast in meiner Jacke, dann drehte ich mich nochmal um und meinte: „Nein, ich möchte bitte hier mit dem entsprechenden Arzt den Befund durchgehen“. „Gut, dann müssen Sie noch etwas warten“. Mach ich glatt. Nach 15 Minuten werde ich ins Arztzimmer gerufen und kaum sitze ich, kommt die Ärztin, die das MRT gemacht hat. „Also die Untersuchung hat jetzt nix neues ergeben, die Bilder sind leider alle ziemlich verwackelt“ Da bin ich fast vom Stuhl gefallen – Die Bilder SIND VERWACKELT? NIX NEUES?“ „Ja, aber nicht alle und es hat sich nichts verändert“. Da bin ich aber explodiert – wie verwackelt? Und Sie schicken mich jetzt mit dieser Aussage nach Hause? Dann bekomme ich in 2 Wochen die Rechnung für verwackelte Bilder? Ich bin Fotografin und wenn ich SO ETWAS zu meinem Kunden sagen würde, käme der niemals wieder. Und das kann ich Ihnen versprechen: ICH komme niemals wieder. Und damit sowas hoffentlich nicht noch mal vorkommt, bekommt Ihre Geschäftsleitung einen detaillierten Bericht von mir.“ Bin ich aus der Praxis geschossen, ich mußte mich dann erst mal auf eine Treppenstufe setzen, ich hatte mich jaa dermaßen aufgeregt, ich hab gezittert wie Espenlaub….

Am nächsten Tag hab ich einen Brief an die Geschäftsleitung geschrieben und wurde prompt eine Woche später von einem der Geschäftsführer angerufen, der sich tausend mal entschuldigt hat und meinte, das ginge ja gar nicht. Er würde total verstehen, wenn ich nicht wiederkomme aber vielleicht würde ich ihm ja noch mal eine Chance geben. Und als Arzt könne er mich beruhigen, er habe sich alle Bilder nochmals in aller Ruhe angeschaut, es waren einige verwackelte dabei, aber auf manchen habe man sehen können, daß es keine Veränderung zu den Aufnahmen vor einem Jahr gab…. Wenigstens das…. Ob ich da nochmal hingehe, ich weiss es nicht…….
Ich wollte es am Anfang nicht erwähnen, aber jetzt muß ich es doch noch mal – das ist mir als Privatpatientin widerfahren.. .Man sagt denen ja immer nach, die genießen alle Privilegen und da würde man sich besonders anstrengen…. hab ICH nix davon gemerkt…..

Veröffentlicht von Kerstins Reisefotos und mehr...

Reisefreudig, Fotografie-süchtig, fast immer gut gelaunt, Optimistin... Fotografie ist mein Leben - meine Leidenschaft - mein Yoga

2 Kommentare zu „MRT … Drama in 3 Akten

  1. Salut, Ihre Beschreibung eines deutschen Medizinbetriebes ist wirklich gut gelungen, aber erstaunlich wohlwollend formuliert. Wenn Sie jetzt noch herausfinden, daß es vermutlich gar keine Erkrankungen gibt, die eine jährliche MRT-Kontrolle erforderlich machen, dann haben Sie das System begriffen. Alles Gute! Roman Fidel

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    1. Ja, ich habe mich schwer zusammenreißen müssen, der Nettiquette nah zu bleiben, gedanklich gab es diverse Ausreißer. Vielen Dank für Ihren amüsanten Beitrag 🙂 Herzliche Grüße

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