„Mach sichtbar…

was vielleicht ohne dich niemals wahrgenommen worden wäre“ – ein Ausspruch des französischen Fotografen Robert Bresson. Ich mag diesen Spruch unheimlich – zeigt er uns doch, an wievielen „kleinen und unscheinbaren“ Dingen wir oft vorbei gehen, ohne es zu beachten.

Ich war heute – am 13. Januar 2023 um 8.00 Uhr in der Frühe mit unserem Hund Spazieren – bei 9 Grad Celsius. Der Morgen grau in grau – mit Sicherheit kein „Fotografiewetter“. Der Vorteil ist, man ist nicht auf Motivsuche – man „findet“ sie. Ich habe festgestellt, daß meine „Aufnahme“ von Motiven eine ganz andere ist, als die von meinem Mann. Ich habe das Gefühl, ich sehe viel mehr – und das hat nix mit Sehstärke oder -schwäche zu tun. Ich gehe einfach aufmerksamer „durchs Leben“ – ich finde oft so viele Sachen, an denen andere vorbei laufen.

Mein Thema heute ist aber ein anderes – der Klimawandel – „der bis jetzt ausgefallene Winter“ – und NEIN, es gibt jetzt keinen Roman darüber, daß wir daran selbst schuld sind. Das wissen die meisten von uns selbst. Mir geht es heute um die Folgen:

Ausgefallene Skievents wie Kandahar (Garmisch Partenkirchen)- fällt aus – es liegt kein Schnee, es ist zu warm, die Schneekanonen funktionieren nicht. Die ganze Organisation umsonst, alle, die damit eventuell etwas Geld verdient hätten (und ich meine jetzt Hotels und Restaurants), ein finanzielles Desaster.

Lenggries – hier wird der komplette Skibetrieb eingestellt – kein Schnee – keine Lifte. Diejenigen, die sich dort schon „untergebracht“ haben, kommen wahrscheinlich schon – werden sich aber stark überlegen, ob sie im nächsten Jahr wiederkommen.Die Tagesausflügler aus München und Umgebung fallen definitiv weg.

Und auch in der Schweiz herrscht Schneemangel – Adelboden – wenn man da im Fernsehen verfolgt hat, was da auf der Piste passiert – du fährst im Schnee und um dich drumherum alles grün – Spaß ist das doch keiner.

Ein Vorteil wäre, daß sich all diese Wiesen und Flächen in diesem Jahr mal etwas „erholen“ könnten – ich befürchte jedoch, daß der Winter doch noch kommt – eben später – wenn die Natur und auch wir schon auf Frühling programmiert sind.

Und ja – es ist bekannt, daß es solche Winter früher auch schon einmal gab – macht es aber nicht schöner und auch da hätte man sich schon mal Gedanken machen können, warum das so ist.

Was bei uns jetzt gerade passiert? Wir versuchen im Moment auf Biegen und Brechen alles auf einmal einzufordern, was man an Klimaschutz machen könnte. Ich habe letzte Woche folgendes in der SZ gelesen – da ging es um einen Tag im Dezember (22. Dezember) und dessen deutschlandweiter Stromverbrauch – ich meine mich zu erinnern, daß der Verbrauch an diesem Tag um die 60 Gigawatt lag. Die Energie aus Wind- Solar, Wasser und sonstigen regenerativen Anlagen lag bei ca 4 GigaWatt. Die restlichen 56 GigaWatt wurden benötigt, um einen reibungslosen Ablauf von Wirtschaft und Privathaushalte zu gewährleisten. Unsere Atom-, Kohle- und Gaskraftwerke konnten nicht genügend produzieren, weshalb an diesem Tag noch ca 5 Gigawatt aus dem Ausland „eingekauft“ werden mußte. Ihr seht, wir BRAUCHEN unsere Atom- Kohle- und Gaskraftwerke dringend – das werden wir von heute auf morgen nicht einstellen können und die Alternative der Wind- Solar- und Wasseranlagen brauchen ideale Standorte – es macht keinen Sinn, die einfach peu a peu irgendwie auf Bundesebene zu verteilen. Windanlagen machen im Norden Sinn – Solaranlagen im Süden.

Was ich einfach sagen will – so schlimm, wie es ist, wir sind auf Atom- Kohle und Gaskrafwerke im Moment noch angewiesen – wir können das nicht einfach „abstellen“ und so ein „gesundes Klima“ fördern. Uns reicht dann unser Strom nicht und wir müssen den eben aus anderen Ländern kaufen , die ebenfalls Atom- Kohle und Gaskrafwerke unterhalten. Macht ja nun wirklich keinen Sinn. Die andere Alternative wäre: Wir reduzieren die Bevölkerung – je weniger Menschen, desto weniger Strom wird benötigt. Nur darauf haben wir wirklich keinen Einfluß – es gab ja mal die 1- Kind-Regelung in China. Fänden wir das hilfreich? Ich glaube, eher weniger.

Veröffentlicht von Kerstins Reisefotos und mehr...

Reisefreudig, Fotografie-süchtig, fast immer gut gelaunt, Optimistin... Fotografie ist mein Leben - meine Leidenschaft - mein Yoga

3 Kommentare zu „„Mach sichtbar…

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