Zuhause sein, wo andere URLAUB machen

Also, um mal ehrlich zu sein, wir leben weder auf/im Wasser noch am Tegernsee und schon gar nicht in Rottach-Egern.
Von uns zu Hause bis zum Tegernsee sind es ungefähr 50 km – unter der Woche in einer knappen Stunde zu erreichen. Für den einen fast schon ein Tagesausflug – für uns Münchener, die vom einen bis zum anderen Ende der Stadt am Abend für einen Besuch bei Freunden schon auch mal 30 bis 45 Minuten brauchen, ein Klacks.
Am Mittwoch war es dann soweit – Wetter toll, Männe frei und ich ebenso, Cabrio ausgepackt und losgezockelt, größtenteils Landstrasse, denn in nem Oldtimer ist es nicht ganz sooo angenehm, über die Autobahn zu rauschen.
Diverse Umleitungen brachten uns nicht direkt ans Ziel, aber oft ist eben der Weg das Ziel und so war es eben auch hier:

Und dann kamen wir am Tegernsee an, es war in Gmund noch eher ruhig, aber dann in dem Ort Tegernsee – eine einzige Blechlawine schob sich durch den normalerweise gemütlichen Ort. Wir sind dann schnell abgebogen nach Rottach-Egern und da war es so, wir wir es kannten – gemütlich und ruhig. Wir haben auch gleich einen Parkplatz gefunden und sind losmarschiert. Ein kleines Päuschen im „Haubentaucher“ mit einem riesigen Eiskaffee – sehr lecker.

Weiter gings – an schönen Trachtenläden entlang, Immobilienbüros (kleiner Blick auf die „Angebote“ dort und nur ungläubig den Kopf geschüttelt) zum Bootsverleih. Wir hatten uns entschlossen, den Tegernsee nicht nur vom Ufer, sondern auch vom Wasser aus zu genießen.
Wir hatten Glück, bekamen gleich ein Elektroboot und los gings – herrlich – Sonne, Wasser, Wind und Wellen hatten wir gratis.

Und dann war auch noch ein Ferrari im SEE „gestrandet“

Nach ner knappen Stunde waren wir wieder an Land und traten den Heimweg an – wieder rein ins Cabrio und ab gen Heimat.
Zu Hause angekommen, sind wir flugs ins Haus rein, es war uns von Sonne und Hitze echt genug – die Autofahrt hin in vollem Sonnenschein, durch den Ort in voller Sonne, ebenfalls auf dem See und dann auf der Heimfahrt. Draußen hatte es um die 37 Grad im Schatten. Ich hatte mich dann entschieden, für heute genug Vitamin D aufgenommen zu haben und wir verbrachten den späten Nachmittag inhäusig. Es war ein toller Tag und wieder kam mir zu Bewußtsein: Manchmal OP sind es die Kleinigkeiten, die dein Herz und Seele erfreuen – ein kleiner Ausflug, ein leckerer Eiskaffee – sehen wir das alles nicht als selbstverständlich an – es kann oft sehr schnell anders kommen und man kann so etwas nicht mehr genießen – Danke für diesen tollen Tag.

Ich kann manchmal auch schon ne richtige „Matz“ sein…

„Matz“ ist bayerisch und heisst übersetzt so viel wie „Mistviech“ 🙂 Also – ich Mistviech:
Hab im Juni meinen KFZ Schein verlegt – ich hab alles durchsucht und sämtliche Schubladen links gemacht. Männe meinte, ich solle mal in all meinen gefühlten 100 Handtaschen schauen – ich hab sie links gemacht, ausgeschüttelt und und und… Der Schein war nicht da – tricky wie ich bin, hab ich es dann anders versucht: „Männe, du warst doch da mal mit meinem Auto unterwegs und ich hab dir das Mäppchen mit dem Schein mitgegeben- ich kann mich nicht daran erinnern, daß du mir das zurückgegeben hast“.. Nun auch Männe nervös alles durchsucht und es kann eigentlich nicht sein, das ER etwas verlegt. War mir dann auch ziemlich schnell klar. Gut – der Schein ist weg – müssen wir nen neuen beantragen… Ja, aber jetzt nicht mehr vor dem Urlaub…

So, wir in der zweiten Woche Urlaub – mein Handy klingelt – Nr. kenne ich nicht und da ich soooo oft schon irgendwelche total doofen Anrufe bekommen habe (angefangen von: Sie haben eine Reise gewonnen – nach Gardasee – hab ich gleich aufgelegt – über Anrufe von angeblich Microsoft: mein Computer sendet einen Fehler und ich solle bitte die und die Tastenkombination auf meinem PC eingeben – ich habe gar keinen Microsoft Computer… bis: sind Sie Frau bla bla bla? Wir haben interessante Informationen für Sie…)

Ach – ich war ja bei diesem Anruf – also Nr kannte ich nicht – ich: hallo?
Stimme am anderen Ende: Spreche ich mit Frau xxxx?
ich: wer will das wissen?
Stimme: Ja ich…
Ich; warum – wen haben Sie denn angerufen?
Stimme: Ja die Nummer xxx
Ich: und was wollen Sie genau:
Stimme: Kann ich den Herrn xxx….. sprechen?
ich: nein
Stimme: Könnten Sie mir die Telefonnummer von Herrn xxx… geben?
ich: nein
Stimme: warum nicht?
Stimme: Haben Sie schon mal etwas von Datenschutz gehört? Vielleicht will Herr xxx gar nicht, dass ich seine Nummer an wildfremde Menschen weitergebe.
Stimme: Aber ich habe da etwas für ihn, was ihm sehr wichtig sein könnte
Ich: Alle, was ihm wichtig ist, hat er (wie eingebildet von mir)
Stimme: Aber ich will doch ….
Ich aufgelegt…..

3 Minuten später – die gleiche Nr – ich geh dran: Hallo
Stimme: Ja also ich bin es noch mal
Ich: was gibts denn noch?
Stimme.: Ja also ich wollte mit Herrn xxx sprechen weil ich etwas für ihn wichtiges …
Ich aufgelegt – genervt

5 Minuten später Sprachnachricht: Ich bin Herr L… und wenn Herr xxx mich bitte mal zurückrufen würde.. Ich habs dann dem Männe erzählt und wir haben überlegt und dann meinte er, er ruft da jetzt einfach mal zurück.
Ich mich im Hintergrund aufgehalten und ich höre so Sprachfetzen… jaaa- ja stimmt – seit ca 6 Wochen… das gibts ja gar nicht… gefunden…. in der Borstei….ja, holen wir nach dem Urlaub ab..

Da musste ich mich erst mal setzen, es fiel mir wie Schuppen aus den Haaren (ich hab gar keine Schuppen)… Und dann kam Männe mit der Erklärung: Jener nette Mann hat meinen KFZ Schein gefunden (mein Auto ist auf Männe zugelassen) – also nicht er sondern: Ich war vor 6 Wochen auf Motiv und Locationsuche – auch in der Borstei in München, da muß mir mein Mäppchen mit dem KFZ Schein aus der Tasche gefallen sein. Ein netter Bewohner der Borstei hat den gefunden und gedacht, der gehöre einem Hausbewohner und hat ihm das Mäppchen an dessen Scheibenwischer gehängt. Der Besitzer dieses Autos dachte nun, das Mäppchen sei ihm verloren gegangen, steckte es ein und zu Hause in die Schublade. Vor 3 Wochen wollte er zum TÜV, geht an seine Schublade und siehe da – zwei Mäppchen – jeweils von Mercedes, jeweils schwarz… Und dann schaute er genau und sah, daß es nicht seiner, sondern ein fremder KFZ Schein war. Und ich hatte noch eine Visitenkarte von mir im Mäppchen, so konnte er mit der schlimmsten Furie ever telefonieren (also mir). Ich hab mich soooo mies gefühlt und am Samstag haben wir dann den Schein bei ihm abgeholt und ich habe mich tausend mal entschuldigt, ihm eine gute Flasche Wein mitgebracht und ihm versucht, glaubhaft zu machen, dass ich eigentlich eine ganz Liebe und Nette bin – bin ich, wirklich. Wer mich kennt, gibt mir Recht… Oh Mann, ich sag euch….. Er war dann recht nett – meinte nur, er hätte selten so ein unerfreuliches Telefonat geführt…. ich kanns verstehen…

Letzter Tag

So – nun war es soweit – ich eigentlich noch gar nicht. Aber nutzt ja nix – irgendwann ist der Urlaub zu Ende und wir machten uns auf den Weg.
Wir mussten aber nicht komplett bis München durchfahren, sondern machten in Trento in Südtirol noch mal einen Stopp – dieses Hotel kennen wir schon. Sehr nett und gemütlich – Hunde willkommen – perfekt. Aber bis wir dahin kamen, mussten wir noch durch so manchen Stau und auf der Gegenfahrbahn sah es einmal wirklich schlimm aus:

Ich gehöre zwar nicht zu den „Gaffern“ – aber hier fuhren wir langsam vorbei und wir rätseln bis heute noch, was da wohl passiert ist. Was uns nachdenklich machte: Wir haben in den nächsten Kilometern auf der Gegenfahrbahn weder Polizei, noch Krankenwagen oder Feuerwehr sehen können
Kurz hinterm Gardasee mussten wir noch mal einen kleinen Stopp einlegen, Mäxchen wurde unruhig und wollte mal nach draußen.

Und dann waren wir auch schon in Trento:

Wir waren irgendwie stehend ko und nach unserem Abendessen sind wir doch tatsächlich um 22.00 Uhr in die Kissen gefallen. Eine angenehme Nacht und ein gutes Frühstück später waren wir dann schon wieder auf der Bahn und in 3 Stunden tatsächlich auch zu Hause…. Schöööön wars und ich freue mich aufs nächste Mal.

Castelnuevo Berardenga

An unserem vorletzten Tag besuchten wir auch noch Castelnuevo Berardenga – allerdings war es da schon kurz nach 13 Uhr und somit wirklich auch der kleinste Laden geschlossen bzw. die Besitzer fröhnten ihrer Siesta. Nun ist dieser Ort auch ziemlich abseits der Sehenswürdigkeiten wie Siena oder Arezzo und von daher auch nicht wirklich interssant. Gut – wir waren dort und sind durch den Ort marschiert – einziger Ort, an dem sich etwas Leben zeigte, war die Bar centrale 🙂

Und dann ging wieder in knapp 50 Minuten nach Hause, wo wir noch unseren Pool genossen. Seit Ankunft fiel mir auf, dass in den Lavendelbüschen am Pool ein reges Treiben herrschte. Da flatterten Hunderte von kleinen Schmetterlingen hin und her und erfreuten sich am Lavendel.

Ein letztes Bad im Pool und einen letzten Sundowner 🙂

Und dann hiess es auch schon wieder Koffer packen…..Arrivederci Vagliagli – bis nächstes Jahr

Greve in Chianti

Nachdem wir uns wieder ein paar Tage von unserem Trip nach San Gimignano erholt hatten, musste es auch noch einmal Greve sein – ich liebe diesen kleinen Ort sehr. Ebenfalls von unserem Urlaub in 2013 inspiriert, wollte ich das auch noch mal sehen – in der Hoffnung, hier ist es nicht so überfüllt wie in San Gimignano – und ich wurde nicht enttäuscht:

Ich sag immer zu Männne: In der Toskana könnte ich alt werden – da fühle ich mich so rundrum wohl. Die Gegend, das Essen (Pasta und Pizza liebe ich), das Trinken (tolle Rotweine), die Lebensart….. Ich muss in meiner Vergangenheit irgendetwas toskanisches haben :))) (Meine Wurzeln sind aber niederländischer Natur – von daher ziemlich entgegengesetzt – zumindest geografisch)
Die flächenmäßig sehr große Gemeinde erstreckt sich über etwa 169 km². Greve liegt etwa 25 Kilometer südlich der Provinz- und Regionalhauptstadt Florenz mitten im Herzen des Chianti -Gebietes (Chianti fiorentino) und ist seit dem 13. Jahrhundert eine der Hauptstädte des Chianti. Sie liegt am Fluss Greve Im Südwesten berührt der Pesa das Gemeindegebiet, im Osten der Ema.

Die Macelleria Falorni muuusss man gesehen haben – hier befindet man sich im wahrsten Sinne des Wortes im Speckhimmel – da hängen Hunderte von Kilos in Form von Schinken an der Decke und die Käseabteilung ist einfach nur ein Traum. Von den Salamis ganz zu schweigen. Seit nunmehr ca 200 Jahren unterhält die Familie Falorni diese Metzgerei und versendet ihre Spezialiäten weit über die italiensiche Grenze hinaus.

San Gimignano und Palazzo del Popolo

Nein, hier habe ich etwas geschummelt bzw. ist das zwar mein Foto und auch nicht bearbeitet – aber es ist aus dem Jahr 2013. Wir waren zwar in diesem Urlaub auch in San Gimignano aber es war kein Vergleich zu dem Urlaub im Jahr 2013.
Es war fast unerträglich warm in diesem Jahr aber ich wollte so gerne noch mal nach San Gimignano, es hat mir damals so gut dort gefallen. Manchmal sollte man allerdings in der Vergangenheit Urlaub machen, es war in diesem Jahr sooooo voll dort. Unzählige Menschen schoben sich vom zentralen Parkplatz unterhalb des Ortes nach oben. Wir konnten in 2013 sogar direkt vor dem Ortstor parken. Dann ist mir eingefallen – in 2013 waren wir Anfang Juni im Urlaub – dieses Jahr Mitte Juli und damit direkt in der Ferienzeit.
Der langen Rede kurzer Sinn: Wir schoben uns mit den Massen durch den Ort, gesehen haben wir nicht viel, ich habe eine Handtasche erstanden und wir waren froh, daß wir nach einer guten Stunde wieder den Heimweg angetreten sind. Die Stunde Hin- und Rückweg haben sich nicht wirklich gelohnt:
Hier noch ein paar Fotos von 2013:

Und hier ein paar Fotos von diesem Jahr:

San Gimignano hat insgesamt 15 Geschlechtertürme – aber nur einen kann man besteigen und von dort aus hat man eine gigantische Aussicht – siehe oben. Deswegen wird es auch oft das Manhattan der Toskana genannt. In 1990 wurde San Gimignano zum Teil des UNESCO Weltkulturerbes ernannt.
Im Mittelalter versuchten die Patrizierfamilien, sich in der Höhe ihres Geschlechterturmes zu übertreffen, obwohl ein luxuriöses Leben darin nicht möglich war. Von den einst 72 Geschlechtertürmen existieren in San Gimignano heute eben nur noch diese 15. Die beiden höchsten, der Torre Grossa aus dem Jahr 1311 und der Torre della Rognosa, weisen eine Höhe von 54 bzw. 51 Metern auf. Der einzige, den man noch besteigen kann, ist der des Palazzo del Popolo.

Nach unserem Kurzausflug hieß es mal wieder: Rein in den Pool und relaxen:

Siena

Und wieder nach ein paar Tagen eher sooooo: (Hund bei uns müsste man sein)

…begaben wir uns wieder etwas auf die Kulturschiene – es ging nach Siena – da waren wir zwar schon öfters, ist aber immer wieder eine Reise wert:

Der Dom von Siena ist wunderschön – der Fußboden eine einzige Kunstsammlung:
Der Fußboden des Domes ist eines der größten und wertvollsten Beispiele für eine Gruppe von Marmoreinlagen, ein schmückendes Projekt, dessen Fertigstellung sechs Jahrhunderte, vom 14. bis zum 19. Jahrhundert, dauerte. Wie der Dombau ist der Boden untrennbar mit der Geschichte der Stadt und ihrer Kunst verbunden. Aus diesem Grund haben die Sienesen im Laufe der Jahrhunderte keine Ressourcen für ihre Entstehung und dann für ihre Erhaltung geschont. Sie besteht aus mehr als sechzig Szenen und sind in der Regel in den am häufigsten begangenen Stellen mit Masonit abgedeckt, außer einmal jährlich für etwa zwei Monate, zwischen Ende August und Ende Oktober.
Im Fußboden des Domes sind weiterhin mehrere Sibyllen eingearbeit. Eine Sibylle, fälschlich auch Sybille, ist dem Mythos nach eine Prophetin, die im Gegensatz zu anderen göttlich inspirierten Sehern ursprünglich unaufgefordert die Zukunft weissagt. Wie bei vielen anderen Orakeln ergeht die Vorhersage meistens doppeldeutig, teilweise wohl auch in Form eines Rätsels.

Hier die Sibylle Samia:

Ihr seht, zum Erholen, guten Essen und gutem Wein kam auch noch jede Menge Geschichte und Kultur.

Radda in Chianti

So – zwei Tage „geruht“ und nun muss man sich auch mal etwas anschauen – unser erster Ausflug führte uns nach Radda:

Hier haben wir zunächst mal den gallo nero – das Markenzeichen eines jeden Chianti Classico
Die Geschichte dahinter:

Seit Ende des 10. Jahrhunderts sind Siena und Florenz, die beiden bedeutendsten Handelsstädte des Mittelalters, wegen Gebietsstreitigkeiten verfeindet (ein bis heute anhaltender Zustand, der nun aber vorzugsweise auf dem Fußballfeld ausgetragen wird). Alle paar Jahre flammte ein Krieg auf, und nach jeder Schlacht entstanden neue Grenzen zwischen den Hoheitsgebieten der beiden Städte. In einer kurzen Phase der Vernunft nach der letzten großen Schlacht bei Colle Val d`Elsa im Jahre 1269 einigten sich die Sieneser und Florentiner darauf, die Grenzen endgültig in friedlicher Weise festzulegen – durch einen Wettstreit zweier edler Ritter. Diese sollten zur gleichen Zeit in beiden Städten losreiten, und an dem Ort, wo sie sich träfen, wären die neuen Grenzen ein für allemal zu ziehen. Soweit schien das ein fairer Deal …

In Ermangelung exakt funktionierender Uhren einigte man sich auf den Zeitpunkt des Morgengrauens – genauer: den ersten Hahnenschrei – als Signal zum Aufbruch der beiden Reiter. Und hier verlässt die Legende den übereinstimmenden Weg. Aus florentinischer Sicht heißt es, aufgrund der Bedeutung des Ereignisses hätten die Sieneser für den Weckdienst einen schönen weissen Hahn ausgewählt und ordentlich gepäppelt. Dadurch sei dieser allerdings zu träge geworden und habe das erste Morgenlicht verschlafen. Erst nach etlichen Weckversuchen habe er seinen Schrei ausstoßen und das Signal für den Reiter geben können. In Florenz sei man schlauer gewesen und habe einen schwarzen Hahn genommen. Dieser sei kaum gefüttert worden, sodass er aus Hunger lange vor dem ersten Morgenlicht zu krähen begonnen habe.
Also gelangte der Reiter aus Florenz durch den so gewonnenen Zeitvorsprung bis nach Fonterutoli kurz vor Siena, bevor er auf den verspäteten sienesischen Reiter traf. Für die Fiorentiner versinnbildlicht der schwarzer Hahn seither ihren mit Schläue errungenen Triumph über die Sieneser. Die Version der Sieneser wiederum klingt etwas anders: Die Fiorentiner hätten vor dem Gehege ihres schwarzen Hahns mitten in der Nacht ein riesiges Feuer entzündet, das den Hahn glauben gemacht habe, die Sonne wäre bereits aufgegangen, und er seiner Natur entsprechend mit einem Hahnenschrei darauf geantwortet habe. Nur aufgrund dieser List sei es dem fiorentinischen Reiter gelungen, einen so großen Vorsprung herauszuholen. Und damit diese Heimtücke nie in Vergessenheit geriete, wurde in der Version von Siena gallo Nero als Symbol für das Chianti-Gebiet gewählt, um auf ewig an die Hinterhältigkeit der Fiorentiner zu erinnern.
Hört sich doch richtig spannend an, oder???

Natürlich gab es auch noch anderes zu sehen…

Nein, wir kehrten nicht ein – wir genossen die Ruhe in dem kleinen Städtchen und machten uns dann wieder auf den Heimweg – denn auch für uns wurde es Zeit für die alltägliche Siesta…

Erster Urlaubstag

Ankommen – auch mental – ist oft nicht so einfach. Tausend Sachen, die vorher noch erledigt werden mussten, Nachbarin instruiert, hab ich wirklich alles ausgeschaltet? Kaffeemaschine? Kühlschrank aussortiert? Alarmanlage an? Sämtliche Fenster zu? …. Ja – und nun abschalten …

Der Hund, durch den Tag vorher nur im Auto liegend und unausgelastet, hatte – im Gegensatz zu mir – um halb sechs ausgeschlafen. Ich – ferngesteuert – raus aus den Federn, Futter präsentiert (nein, das Petersiliensträusschen wie aus der Katzenfutterwerbung gabs nicht) und wieder in die Heia – für 5 Minuten. Labradore, die ihr Futter inhalieren, sind nach 5 Minuten mit Fressen und Toilettengang fertig und wollen dann bespasst werden. Ich nicht – nutzt nix – raus aus den Federn- Tasse Kaffee und Buch auf dem Balkon – der Hund liegt unterm Tisch und schnarcht. Na prima – alles schläft – einsam wacht….

Ich hab die Gunst der frühen Stunde genutzt und wollte in den Pool – Himmel, was das Wasser frisch. Okay dann eben nicht – dann laufen wir das Gelände ab – herrlich – Olivenbäume, soweit das Auge reicht…. diese sanften Hügel am Horizont – des Fotografen Paradies ….

Kurz gesagt – die nächsten beiden Tage war „relaxen“ angesagt – wir beide Waren auch zweckst dem bösen „C“ noch leicht angeschlagen, obwohl wir einen wirklich milden Verkauf hatten. Schön war es aber nicht und es hing und noch etwas in den Knochen … aber zum Erholen waren wir ja auch hier ….

Vagliagli – 247 Einwohner aber….

Ich habe Männe zum Wahnsinn gebracht, weil ich unseren Urlaubsort immer „Vagliagli“ ausgesprochen habe – richtig spricht man es „Valljalli“ aus…
247 Einwohner – ein Lokal – knapp am Michelin Stern vorbeigeschrammt – die Taverna die Vagliagli…. Hier habe ich mein bestes Lamb-Rack gegessen – ich bin ja eigentlich gar nicht für solche kleinen Tierchen auf dem Herd oder Grill – aber Nudeln kann ich ja auch zu Hause zu Genüge essen und Pizza mach ich ebenfalls selbst. Von daher sehr lecker – aber eigentlich wollte ich vom Urlaub erzählen. Also unsere Fahrt in die Toskana begann Samstag früh um 5 Uhr- da in Bayern bis dato noch keine Ferien waren, kamen wir super gut durch und waren in 2 Stunden am Brenner.
Nachdem es so gut lief, verwarfen wir unseren Plan, über den Jaufenpass zu fahren, es rollte einfach super auf der Strasse und so gings dann gen Gardasee – dort Kaffee – bzw. Cappuccino und Espressopause – zwei Cappuccini und zwei Hörnchen insgesamt 6 Euro – für den gemeinen Münchener fast Grund genug, sich dieses Frühstück zwei mal zu gönnen. Ging aber nicht mehr rein.
Weiterfahrt gen Süden auf der Autostrada del Sole…. die Temperaturen erreichten fast die 40 Grad Marke.
Überlegung, ob Hund raus muss oder nen Hitzschlag bekommt, wenn der Kofferraum geöffnet wird. Wir sind dann noch etwas weiter gefahren und in Greve im Chianti haben wir dann angehalten, den Hund kurz rausgelassen, er wollte aber ziemlich schnell wieder ins wohltemperierte Auto. Dann die letzten 40 km über Land-und Schotterstrasse gerumpelt und dann waren wir da: Unser Häuschen für die nächsten 14 Tage – völlige Begeisterung unsererseits:

Und dann dieser Ausblick – ich war von den Socken. Wir schnell unsere Koffer ausgepackt und dann sofort nach Siena in den nächsten Supermarkt – das Wichtigste für die ersten Tage besorgt und gleich wieder zurück. Legendär gibts am ersten Tag im Italienurlaub immer Spaghetti Bolognaise – die wurde gemacht und dann mit einem guten Fläschchen Brunello den Urlaub eingeläutet…. mehr morgen….